Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Um noch einmal das Wort der Liebe und Verſöhnung zu reden, ließ ſie der Kurfürſt zur Uebergabe auffordern und ihnen Vergebung heimkehrten zu ihrem friedlichen Herde; allein

zuſichern, wenn ſie h der alte Pfriemer aufs Höchſte erbittert, weil er den Kurfürſten des

Meineides beſchuldigte, ließ ihm durch den Boten ſagen:Ihn, den

Meineidigen und Treuloſen, und ſein Heer von Henkersknechten

würden ſie in die Pfanne hauen, und was übrig bleibe wie räudige

Hunde im Rhein erſäufen?

Das war zu arg, zu viel, um es ruhig zu ertragen.

Enger umſchloß das Heer die Stadt. Ueberall wurden Hügel⸗ reihen aufgeworfen und Bruſtwehren, um die Feldſchlangen günſtig aufzuſtellen. Am Abend war dies vollendet und am andern Morgen ſollten die Karthaunen den ſchrecklichen Morgengruß den Belagerten zurufen. Noch in der Nacht verſuchten die Bauern einen Ausfall. Es Kriegswerke zu zerſtören; aber des Kurfürſten Heerführer waren wachſam. Es kam zur mörderiſchen Schlacht und viertauſend Bauern blieben auf dem Felde liegen. Ein ſchauerlich, ein ſchrecklich Vorſpiel des morgenden Kampfes. Heinz Pfriemer und Benz waren die Anführer dieſes unglückſeligen Ausfalls. An ihrer Seite war das unerſchrockene Mädchen auf einem Roſſe. Sie ließ es ſich nicht nehmen, die Theuerſten, die ſie auf Erden hatte, in der Todesgefahr zu begleiten. Eine der erſten Stückkugeln traf Benz. Er ſank leblos, ohne einen Laut zur Erde. In demſelben Augenblick entſank die rothe Nußdorfer Fahne der Rechten Heinz Pfriemer's. Die Kugel eines Handrohres hatte den Oberarm, jedoch nur im fleiſchigen Theile getroffen.

Elsbeth, wenn auch ſchmerzzerriſſen über des Vaters Tod, ſah kaum das Sinken der Fahne und das Hervorſchießen des Bluts aus dem ledernen Aermel am Handgelenk, als ſie des Pferdes Zügel ergriff und das ihre antreibend aus dem Bereiche des Kampfes hinausflog.

Wohin? Wohin? rief Heinz ihr zu aber ſie hörte ihn nicht; nur vorwärts trieb ſie die Thiere. Vergebens wiverſtrebte

gelang ihnen, einige