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überwunden, zerſprengt, vernichtet worden, obgleich es an Zahl dreifach den Truppen geordneter Kriegsmacht überlegen war. Dort war ein Beiſpiel gegeben. Noch war es Zeit zum Frieden, aber die Meiſten waren zu ſehr mit Schuld belaſtet, als daß ſie nicht hätten wünſchen müſſen, die Entſcheidung auf die Spitze des
zu ſetzen; Andere, und deren war eine große Zahl,
aren verblendet genug, zu glauben, der Kurfürſt werde es nicht
wagen, ſie anzugreifen; darum könnten ſie nach Herzensgelüſten rauben, plündern und ausſchweifen. Noch Andere waren entrüſtet über den Treubruch, weil der Kurfürſt nicht ſein Wort löſe; Alles hielten ſie darum für Spiegelfechterei, und ſo glaubten ſie aus Rache das alte Werk der Zerſtörung beginnen zu müſſen.
O, es war eine Sünde des Kanzlers und derer, die den ſanften, menſchenfreundlichen Fürſten umgaben, daß nicht ein offener Verkehr mit den Bauern unterhalten und das gegenſeitige Vertrauen erweckt wurde. Kundſchafter, wie der verworfene Märten Streffer, ſchlichen hin und her, und nährten den Argwohn, den des Erasmus von der Hauben unſelige Aufreizung der Bauern am Tage von Forſt geſäet hatte. So trieb ein Keil den andern, bis die Flamme aufloderte, die das Land zerrüttete; bis die Aufwühlung aller Verhältniſſe dem Verderben Thür und Thor öffnete; bis das arme, verblendete, leider arbeitſchen und verdorben gewordene Volk wieder zu Raub und Plünderung ſich wandte.
Da endete des edlen Kurfürſten reiche Geduld, und er erkannte, wie ſehr die recht hatten, die da ſagten:„Man müſſe der Schlange den Kopf zertreten, wenn man ihrem giftigen Biſſe entgehen wolle!“
Bei Oppenheim ſetzte das Heer über, das der Kurfürſt in Perſon begleitete, und in Eilmärſchen rückten die Landsknechte mord⸗ und beuteluſtig gen Pfeddersheim heran, wo das Bauernheer ſich gelagert hatte, des Feindes in keckem Siegesübermuth harrend, denn viel Tauſende waren in der Stadt. Die Mauern waren mit Feld⸗ ſchlangen beſetzt. Munition war in Fülle da, und kundige Feuer⸗ ſchützen in hinlänglicher Zahl, und an Lebensmitteln waren reiche Vorräthe in den Kirchen der Stadt aufgeſpeichert.


