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eiskalt überlief. Wie ſie dann durch den Marſchalk gerettet, von Rudolph von Zeiskam freundlich aufgenemmen und gen Heidelberg zu deſſen Frau gebracht worden ſei. Hier habe ſie als dienende Magd gelebt, kummervoll und gebeugt, überall bewacht und bearg⸗ wohnt.
„O, in meiner Seele war nur ein Gedanke,“ ſagte ſie,„wie ich entfliehen könne aus dieſem Kerker, den man mir wirklich ange⸗ nehm zu machen ſuchte, zumal ich gehört,“ ſagte ſie leiſe und erröthend,„daß mich der Herr Kurfürſt frei gemacht habe. Wie ich aber bemerkte, ſo wurde ich von allen Seiten bewacht. Von Niemanden als von Märten Streffer, den ich oft umherſchleichen ſah, hörte ich von euch; aber was ich hörte, das machte mir das Herz bluten. Ihm gab ich Aufträge, aber ich dachte mir, daß er ſie nicht ausrichten würde. Da machte ich mir einen Plan. Ich wollte recht fröhlich und heiter werden; ich wollte ſelbſt die Bewer⸗ bungen eines Knappen des Ritters, aus Sanct Lamprecht bürtig, mir gefallen laſſen, um ſie zu täuſchen und meine Flucht möglich zu machen. Die Hofhunde des Schloſſes zu Heidelberg köderte ich mir an und machte ſie heimlich. Das Töchterlein des Thorwarts machte ich zu meiner Freundin, und ſo hielt ich mich lange und ſchläferte ihre Wachſamkeit ein.
Endlich— ach, es war vor acht Tagen!— da hörte ich den Herrn Marſchalk zu dem Ritter Rudolph von Zeiskam ſagen, nun ſei der Feind am Main, an der Jaxt, der Tauber und dem Neckar beſiegt, nun werde der Kurfürſt ſeine ganze Heeresmacht auf die Pfälzer Bauern werfen, die eines ſolchen Schlages nicht gewärtig wären, die er darum zermalmen werde.“
Das, o ich kann es kaum ſagen, fuhr mir wie ein Pfeil in das arme gequälte Herz. Euch von der Gefahr Kunde zu geben, euch von dem Untergange zu retten, das ging mir jetzt über Alles. Einen Tag lang ſtellte ich mich krank, dann ging ich Abends zu des Thorwarts Käthe; aber im Schatten der Mauer zog ich meine alten Knabenkleider wieder an, die ich ſorgfältig aufbewahrt hatte, und einen günſtigen Augenblick benutzend flog ich zum Thore hinaus


