Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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falſche Straße wies, wo du Elsbeth verfehlen mußteſt. So gerieth ſie in die Hand unſerer Feinde.

O hätte ich ihn noch ſprechen können! klagte Heinz.

Nach einem Knaben hat er geſucht? ſprach Fechenheimer. Gebt Acht, das Mägvlein iſt ihnen in Heidelberg entſprungen.

Das Wort war kaum geredet, da öffnete ſich leiſe die Thür und ein bleicher Knabe wankte herein, taumelte und ſank erſchöpft zu Boden. Es war Elsbeth.

Alle Vier ſtürzten auf ſie zu und hoben ſie auf. Ein Bader, der als Arzt in Pfeddersheim Ruf hatte, wurde ſchnell herbeigeholt.

Legt ſie aufs Bett, ſagte er;ſie iſt übermüdet, das arme Mädchen. Laßt ſie ſchlafen und haltet's ſtille. Ihre Ohnmacht wird in einen geſunden Schlaf übergehen, und wenn ſie erwacht, iſt ſie geneſen.

Sie folgten dem Rathe. Heinz, Pfriemer und Benz wichen nicht von ihrem Bett. Jede Veränderung ihrer Züge erſpähte Heinz mit bewegtem Herzen, ſchwankend zwiſchen Furcht und Hoff⸗ nung; aber als endlich die tiefen Athemzüge die Bruſt ſo ruhig hoben und ſenkten, als nach einem mehr als zwölfſtündigen Schlaf auf die eingeſunkenen Wangen wieder eine leiſe Röthe trat, da hob ſich das treue Herz in der ſeligen Gewißheit baldigen und geſunden Erwachens.

Und bald darauf ſchlug ſie die Augen auf und fuhr angſtvoll empor; als ſie aber ihren Vater und ihren Heinz ſah, da lächelte ſie wie eine Selige und ſank wieder matt zurück. Erſt als ſie ſich durch Speiſe und Trank erquickt, kehrte die jugendliche Lebenskraft in reichem Maaße zurück, und ihre Hände drückend ſtanden Alle um ſie her.

Wo kommſt du her, mein Kind? fragte ihr Vater.

O, das iſt eine lange Geſchichte, ſagte das Mädchen;doch ich will ſie ſo kurz als möglich zuſammenfaſſen. Sie erzählte nun, wie Erasmus von der Hauben ſie in Forſt getäuſcht und dann geraubt hatte. Sie ſchilderte ſo lebendig ihre Empfindungen in jener Nacht, daß einmal über das anderemal es die ſtarken Männer