Alle Ritter und Befehlshaber eilten herbei, ſich zu überzeugen, daß dem wirklich ſo ſei. Als ſie ſahen, bewunderten ſie deſſen Reize, und nicht Wenißé trugen Luſt, ſich Scherze zu erlauben, die dem reinen Gefühl Elsbeth's wehe gethan haben würden. Sie wagte nicht aufzublicken und ſtand da, ein zitternd Engelsbild, das an jedes edle Herz das Anrecht des Erbarmens hatte.
Als eben ein Kreis junger und roher Geſellen um ſie ſtand, trat auch Ritter Rudolph von Zeiskam hinzu, der ſich in das Lager des Marſchalks begeben hatte. Kaum erblickte er Elsbeth, als er ſie erkannte.
„Halt!“ rief er,„laßt das Kind in Ruhe! Das edle Mädchen rettete mich aus Ketten und Banden, vielleicht vom Tod. Ich bin ihr hochverbunden. Komm, Kind,“ ſagte er zu Elsbeth,„Ffaſſe Muth. Die Stunde iſt da, wo ich vergelten kann!“
Er faßte ihre Hand und führte ſie zum Marſchalk, dem er das erzählte, was ihm Elsbeth gethan. Er bat den Marſchalk, ſie ſeiner Obhut anzuvertrauen, indem er ſein Manneswort für ihre Sicherheit verpfändete, und gern überließ dieſer ſie ihm, da er wußte, daß der Ritter in einem Haus Einlager hielt, wo für das Mädchen bei einer braven Hausfrau eine rechte Stätte des Troſtes ſei.
Wenige Stunden nach dieſen Ereigniſſen erreichte der Kurfürſt mit ſeinen Getreuen das Lager, nachdem ſie vielfach herumgeirrt, endlich aber von einem treuen Bauern zurecht geführt worden waren.
Noch in der Nacht brach das Heer gen Heidelberg auf, und als die Morgenſonne hell über dem Gebirge aufging, beſchien ſie zwei Leichname an den Aeſten eines Nußbaums. Es waren die des Ritters Erasmus von der Hauben und ſeines Knappen. Elsbeth aber zog mit gen Heidelberg, wo ſie in dem Hauſe des Ritters tudolph von Zeiskam eine Stätte, und bei ſeiner wackern und ſanften Hausfrau eine Zuflucht fand.
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