Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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deutlicher, daß er die entgegengeſetzte Richtung andeutete, als die war, die Erasmus genommen, als Heinz dringender darnach fragte.

Erasmus war mit ſeiner widerſtrebenden Beute davon gejagt, und als er ſich in hinlänglicher Sicherheit wußte, ließ er von Jockel die Hufe losbinden und das Mädchen knebeln. Darauf jagten ſie blind in das Dunkel der Nacht hinein, in der Hoffnung einen Wald zu erreichen, wo die erſte Raſt möglich wäre, um weitere Pläne zu ermitteln. Noch keine Wegſtunde waren ſie ſo in geſtrecktem Laufe, nur ſelten zur Erholung der Thiere unterbrochen, fortgeritten, als ſie ſich plötzlich von Landsknechten umgeben und ergriffen ſahen. Das Wehren wäre Thorheit geweſen, denn Erasmus konnte ſich nicht regen, weil er das Mädchen vor ſich auf dem Sattel hielt. Einer der Landsknechte zog unter ſeinem Seitenmantel eine kleine Laterne hervor und beleuchtete die Gefangenen.

Da rief der Anführer plötzlich:„Alle Peſt, das iſt ja Erasmus von der Hauben!“

„Victoria! ihr Landsknechte,“ rief er,„der Preis, den der Kurfürſt auf des Strolchen Kopf geſetzt hat, iſt euer!“

Erasmus wollte jetzt das Mädchen unbemerkt zur Erde gleiten laſſen, aber die Landsknechte hatten es bemerkt.

„Das gefangene Vögelein muß zu den Raubvögeln gehören,“ rief Einer lachend,„denn er hat da ein Täubchen geſtohlen— und es iſt geknebelt!“

„Was?“ rief da der Anführer und ritt herzu.

„Seht her, Herr Marſchalk,“ ſagte der Landsknecht,„da iſt kein Zweifel!“

„Menſch,“ rief der Marſchalk,„welche verruchte Streiche häufen ſich bei dir, das Maaß voll zu machen!“

Erasmus entgegnete nichts. Er war verſtummt; aber Trotz, Grimm und Furcht zugleich ſtanden deutlich in ſeinen Zügen⸗

„Macht den Knaben frei,“ rief der Marſchalk.

„Es iſt iſt kein Knabe,“ ſagte der Landsknecht,„denn eben iſt

ihm die Kappe entfallen. Seht nur ſelbſt, das reichſte Frauenhaar, das ich jemals geſehen!“ 3

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