Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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es Geiſterpferde. Er ſah ſie vorüberfliegen, ohne ihren Hufſchlag zu hören.

„Halt,“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„mit rechten Dingen geht das nicht zu. Da ſind die Hufe umwickelt und zu ehrlichen Zwecken thut man das ſelten.“

Er trat in das Haus.„Alte,“ ſagte er,„wer wurde denn da auf das Pferd gehoben?“

„Wer anders als Elsbeth, des Benz von Nußdorf Töchter⸗ lein?“ gegenfragte antwortend Sibylle.

„War's denn Benz, der ſie abholte?“ fragte er.

„Wer anders ſoll's denn geweſen ſein?“ war ihre Antwort.

Noch ſtand Märten bei ihr, als die Thür aufging und Heinz Pfriemer hereintrat. Er trat raſch herzu, als er Märten ſah. „Was wrillſt du hier?“ fragte er ihn und mit ſchlecht verhehltem Unwillen und Mißtrauen.

„Heinz,“ ſagte Märten,„da iſt eben ein Mädchen in Knaben⸗ kleidern auf ein Roß gehoben und fortgeführt worden, das nicht auf dies Roß gehörte, deſſen Hufe umwickelt waren. Wenn das nicht Erasmus von der Hauben war, ſo war es der Teufel!“

„Was?“ ſchrie Heinz und faßte verzweifelnd mit beiden Händen ſeine Haare.„Was ſagſt du?“

Da erzählte Märten den Hergang und Sibylle beſtätigte es.

Wie eine Leiche bleich ſtand der Jüngling da. Es war, als ſeien ihm alle Gedanken getilgt. Starr blickte er in die Flammen des Lichtes. Da war's, als führe er plötzlich erwachend zuſammen. Er faßte Märten Streffer's Schulter, daß dieſer zuckte, und rief: „Welche Richtung haben ſie genommen?“

Märten ſagte:„Wie willſt du ſie erreichen? Sie haben einen weiten Vorſprung und du hörſt ihren Hufſchlag nicht, da die Hufe umwickelt ſind. Eile du morgen nach Pfeddersheim, dort iſt des Fuchſes Bau, der das Täubchen geholt hat.“

Heinz ſtürzte hinaus und auch Märten verließ die Hütte. In

ſeiner Seele jubilirte er über das Unglück, das den Verhaßten getroffen hatte. Ja, die Verruchtheit des Menſchen zeigte ſich