Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Erasmus hatte ſie geſehen; das war genug, um an dieſem Punkte den Faden ſeiner blutigen Rache an Heinz anzuknüpfen, zumal er die Befriedigung einer lodernden Leidenſchaft zugleich in der Ferne winken ſah.

Von dem Heere hatte er ſich weggeſchlichen und in einer Herberge ſich bis zur Dunkelheit verborgen. Dort war mit ſeinem in allen Schlichen des Laſters erfahrenen Knappen der Plan zur Reife gediehen.

Als die Nacht gekommen war, umwickelte Jockel die Hufe der Roſſe und führte ſie unferne des Hüttchens Sibyllen's, das nahe dem Ende des Dorfes lag.

Dann blieb Erasmus draußen auf ſeinem Roſſe, des Opfers gewärtig, und Jockel trat zutraulich zur Alten.

„Benz läßt Euch grüßen,“ ſagte er.„Er hält vor der Thüre mit ſeinem Roß. Elsbeth ſoll kommen.“ Darauf trat er wieder vor die Thüre.

Sibylle lief in die Stube und ſagte zu Elsbeth:„Tummle dich, Kind, dein Vater harrt vor der Thüre, er hat Eile!“

Jockel war unterdeſſen wieder hereingeſchlichen und hatte das Licht der Alten ausgeblaſen.

Elsbeth ſetzte ihre Mütze auf, verbarg darunter die Flechten ihres ſchönen Haares und eilte freudig dem Vater entgegen.

Jockel ergriff ſie, hob ſie vor den Ritter in den Sattel und dieſer, ihr ſchnell einen Mantel überwerfend, gab ſeinem Pferde die Sporen und war verſchwunden.

Wie der Iltis und Marder nach ſeiner Beute umher ſchleicht, ſo war Märten Streffer umher geſchlichen, den Aufenthalt des Ritters von der Hauben zu erkunden; aber er hatte es mit Einem zu thun, der ihn an Schlauheit weit übertraf. Sein Geld ſchloß des Wirthes Mund, und Märten war zweimal im Haus und ahnte nicht, daß Erasmus mit ihm unter einem Dache weile. Nun durch⸗ kreuzte er in der Dunkelheit das Dorf in allen Richtungen und kam an Sibyllen's Häuschen, als Elsbeth aufs Roß gehoben wurde. Er hörte einen halb erſtickten Schrei; dann ſchien es ihm, als ſeien

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