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Sie gelobte das heilig, und als ſie Forſt erreichten, trabte Benz mit Heinz Pfriemer zu der Hütte Sibyllen's, um dort ihr Kleinod zu bergen..
Mit großer Freude begrüßte die Alte ihren guten Brodherrn und mit noch größerer das liebe Kind, das ſie auf ihrem Schooße geſchaukelt und das nun zur reizenden Jungfrau erblüht war. Benz ſagte ihr, er werde ſie am Abend abholen oder durch einen ſicheren Mann abholen laſſen, um nach Neuſtadt zurückzukehren.
Während die Alte für ein Mittagsbrod ſorgte, lag Elsbeth auf ihren Knieen und betete für ein geſegnetes Gedeihen des heutigen Werkes. Das heiße Ringen im Gebete hatte Freudigkeit und Hoffnung in ihre gläubige Seele geſenkt.
Da hört ſie mit einem Male die Zinken und Trompeten ſchal⸗ len, da vernimmt ſie den ungeheuern Lärm, der die Straße daher⸗ kommt. Sie faltete zitternd ihre Hände. Sollten die Bauern Hand legen wollen an die geheiligte Perſon des Kurfürſten? Sollte der Kurfürſt eines ſo ſchändlichen Verrathes fähig ſein? Sollte all ihr Hoffen ſo gräßlich zu nichte werden?
Immer näher kam der Tumult. Die faſt taube Sibylle ver⸗ nahm nichts davon. Von unausſprechlicher Angſt gefoltert eilt Els⸗ beth, alle die Warnungen ihres Vaters vergeſſend, an des Häuschens Thüre. Da nahte der Zug, an deſſen Spitze noch Erasmus von der Hauben ritt. Sein ſcharfer Blick erkannte auf der Stelle das Mädchen, ſie in eben dem Augenblick ihn. Raſch eilte ſie in das Hüttchen zurück, ihre Unvorſichtigkeit ſchwer beklagend. Als jedoch das mächtige Heer vorüber war und es bis zum Abend ſtille blieb, ſie ſelbſt nicht angefochten wurde, auch ihr Vater nun bald kommen mußte, da wich ihre Furcht.
Aber Benz kam nicht, denn auch er hatte des ſüßen Weines, deſſen Schwere ſie Alle nicht kannten, zu viel genoſſen, und Heinz, der Einzige, der nüchtern war von den Führern, hielt noch Rath auf dem Feld und mußte dann die Befehle geben, wo das Heer übernachten ſollte. Auch er, Elsbeth ſicher wähnend, kam nicht, weil ihn ſeine Führerpflicht in Anſpruch nahm.


