Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Schnell flog's durch die Haufen, und bald erhoben ſich die acht⸗ tauſend Bauern und zogen gen Forſt in der feſten Abſicht, den Kurfürſten zu fangen.

Dort ſtörte Heinz Pfriemer's Auftreten des Ritters Pläne. Die Bauern ließen ſich beſänftigen, und ihr Haß warf ſich auf den Ritter, der ſich nun ſo ſchnell als möglich unſichtbar zu machen ſtrebte.

War ſein Haß früher ſchon bodenlos heftig gegen Heinz geweſen, jetzt erreichte er die größte Gewalt. Mancherlei Gedanken durch⸗ kreuzten ſeine ruchloſe Seele. Ihm auflauern und ihn meuchlings niederſtoßen, das wurde am Ende herrſchender Gedanke.

Da bot ſich ihm eine andere Gelegenheit, ihm unausſprechlich wehe zu thun, ehe ſein Stahl ſich in ſeinem Herzblute tränke, und ſeine Seele jauchzte auf in wilder Luſt.

Als nämlich die Führer des Bauernheeres in des kurpfälziſchen Kanzlers Vorſchlag einſtimmten, eine Beſprechung mit dem Kurfürſten ſelbſt zu halten, und Forſt dazu als Verſammlungsort beſtimmt worden war, quälte ſie die Sorge um Elsbeth's Unterkunft, da ſie, wenn auch im Knabenkleide, doch nicht mit in die Verſammlung gehen konnte.

Zum Glücke fiel es Benz ein, daß in Forſt eine Wittwe wohne, die einſt in ſeinem Haus als treue Magd gedient, da eben Elsbeth ein liebliches Kind war. Dort ahnte Niemand ihre Anweſenheit und ſie war ſicher, bis ſie ſie wieder mit ſich zurücknehmen konnten nach Neuſtadt.

Als ſie nun aufbrachen, ſaß Elsbeth feſt und ſicher wie ein Mann auf dem ſtattlichen Roſſe, das im Marſtalle Rudolf's von Zeiskam eine Zierde geweſen war, und das ſie mit großer Sicher⸗ heit und Erfahrung lenkte. Unterwegs ritt Heinz immer neben ihr, und manches trauliche Wort flog hinüber und herüber, und mancher Scherz über ihre Angſt.

„Kind,“ ſagte Benz ſich zurückwendend,„bei der alten Sibylle biſt du wohl aufgehoben; nur darfſt du dich an keinem Fenſter blicken laſſen!“