Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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laſſen trachtete, ſo im Bauernheer die, welche immer neuen Verdacht erhoben und jede Maßregel, ſo die Flucht des Kurfürſten, dahin deuteten, als ſei, was er geſagt, nicht ſein Ernſt.

X.

In Pfeddersheim, wo der Ritter Erasmus von der Hauben jetzt die Rolle des Anführers ſpielte und eine ungetheilte Macht ausübte, lagen ſeine Schaaren, die Früchte des Zuges nach Wachen⸗ heim genießend. Da kam die Kunde von den verſöhnlichen Schritten des Kurfürſten und von dem nahen Frieden. Dieſe Kunde fiel wie ein Donnerſchlag auf des Ritters Haupt. Kam eine friedliche Löſung zu Stande, ſo war er verloren, das erkannte er. So war es denn eine Lebensfrage die, wie er Mittel und Wege finde, ſolcher Eini⸗ gung entgegenzuwirken. Schnell brach er nach Forſt auf, um wo möglich noch vor der Beſprechung die Brandfackel zu ſchlendern.

Er kam zu ſpät, die Nußdorfer abzuhalten, die er wohl fürchtete, ſeiner Schurkereien und ihrer Entdeckung in Nußdorf gewiß, die er aber durch die Macht ſeines Anhanges zu beſiegen hoffte. Als er mit einem Haufen von nahe an tauſend Mann Neuſtadt erreichte, war es ihm ein Leichtes, die Bauern zu dem Zuge nach Forſt zu beſtimmen. Es ſei Gefahr für die Nußdorfer Führer, ſagte er ihnen. Der Kurfürſt wolle ſie nur heimlich machen,*) um ſie deſto ſicherer in die Falle zu locken, die er ihnen geſtellt; denn Kundſchafter hätten geſagt, der Marſchalk nahe mit ſeinen Landsknechten Forſt, um ſie dort aufheben zu können. Es gelte darum, fuhr er fort, ihnen zuvorzukommen, und das am Kur⸗ fürſten und ſeinen dreißig Begleitern auszuführen, was er gegen die Nußdorfer im Schilde führe.

Dieſe Kunde, verbunden mit dieſem Vorſchlage, fand Eingang.

*) Volksausdruck für Sichermachen, Zutrauen einflößen.