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Glanze, den eine weiche Künſtlerſeele dem Weſen zu verleihen vermag, dem ſie ſich ganz hingibt, dieſe Seele erfüllte.
Er ſchrieb und die Briefe erhielten keine Erwiederung.
„Todt!“ war das entſetzliche Wort, das dumpf durch ſeine Seele klang und ſie in ihren feinſten Faſern erſchütterte.
Sein Trübſinn nahm zu. Allen ſeinen Tondichtungen hauchte er das Leiden ſeines Innern ein. Nur elegiſche Klänge entſtrömten ſeinem Inſtrumente. Nur Texte, welche fähig waren das Innerſte der Seele zu erſchüttern, konnten ihn begeiſtern, daß er ihre Worte mit Tönen begleitete, was ſie ſagten, in Töne ausdrückte, die aus ſeiner wunden Seele mit erſchütternder Gewalt hervorquollen.
Nur ein Text gelang ihm nicht, daß er ihn ſo im Tone wiedergäbe, wie er es wollte und fühlte. Er konnte den rechten Ausdruck nie finden, und doch waren dieſe herrlichen Worte von wahrhaft bezaubernder Wirkung auf ihn. Er konnte ſie nicht aus ſeinen Gedanken verbannen.
Das war jenes unübertreffliche Lied des Mönchs Jacopone, welches uns nach den Anfangsworten am lebhafteſten erinnerlich iſt, das„Stabat mater.“ Mit wunderbarer Tiefe ſpricht es der Mutter Weh aus, die unter dem Kreuze des Sohnes ſteht. Der Benedik⸗ tinermönch trug eine wunderbare Fülle der Poeſie in ſeiner Seele, und hauchte ſie in dieſe Worte voll Wohlklang. Daß gerade dies
Lied Pergoleſe's Stimmung zuſagen mußte, lag ſo nahe. Die Weiſe,
nach welcher man es ſang, war leer. Sie paßte nicht zu der Tiefe und Herrlichkeit des Inhaltes. Da rang ſeine Seele nach dem rechten Ausdrucke für dieſe Worte, und er konnte ihn nicht finden. Je mehr er rang, deſto weiter wich das Ziel zurück.
In der diterſten Stimmung ging er umher. Da wollte es ſein Geſchick, daß ihm Annunciata's erſter Brief in die Hand kam, worin ſie mit heißer Sehnſucht ihn bat, zurückzukehren an ihr Herz. Sie würde ſterben, wenn er nicht komme.
Gerade jetzt war dieſer Brief unwiderſtehlich. Ohne nur irgend einem Menſchen zu ſagen, was er thun wolle, verläßt er heimlich Florenz.
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