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So trugen dieſe Briefe die Verſicherungen der Liebe hin und her, und die Trennung gab ihnen einen doppelten Werth, ohne daß dadurch Giovanni's Streben gehemmt worden wäre.
Barberini's Briefe an den in Florenz lebenden Marcheſe waren voll des lebhafteſten Lobes des jungen Meiſters, und die entſchiedenen Proben ſeines großen Talentes gaben dem edlen Manne den reichſten Lohn für die Opfer, welche er für Giovanni brachte, ohne daß ſie ihm ſchwer wurden.
Ein Jahr war ſo hingefloſſen.
Da erſchien plötzlich der Marcheſe in Rom, um ſeinen Schütz⸗ ling nach Florenz zu holen.
Was dies bewirkte, war ein Umſtand, den Barberini's ſcharfes Auge entdeckt.
Blieben die Briefe von Annunciata länger aus, oder wurden ſie kühler, liebeleerer?— Etwas mußte geſchehen ſein;— denn Giovanni gab ſich ſeit kurzem einem ſtets wachſenden Trübſinne hin, und es ſchien wieder jene geiſtige Lähmung einzutreten, die in Neapel der Liebe Glück hervorgebracht, jetzt aber der Liebe Leid in höherem Grade zu bewirken drohte.
Der Cardinal hatte das dem Freunde nach Florenz gemeldet, und dieſer in nie ermüdender Liebe eilte herbei, wieder eine günſtige Wendung, wenn es möglich wäre, herbeizuführen. Es gelang ihm auch, den Jüngling zur Mitreiſe zu beſtimmen. In Florenz ange⸗ langt, zog ihn der Marcheſe in die Kreiſe, welche ihm offen ſtanden. Er führte ihn ſelbſt bei Hofe ein, wo die Muſik geehrt, geliebt, gepflegt wurde mit ſeltener Kenntniß und Geſchicklichkeit.
Von allen Seiten in Anſpruch genommen, angeregt, getragen und gehoben, gewann der Jüngling kaum Zeit, an ſich ſelbſt und an ſeine Liebe zu denken. In dem Strome dieſes Lebens, voll der reichſten und edelſten Genüſſe, ſchwamm er wie ein Berauſchter; allein dieſer Zuſtand konnte auf die Dauer dennoch der Stimme des Innern kein Schweigen auferlegen. Sie wurde laut und lauter, und je weniger Kunde von der Geliebten kam, deſto glühender wurde ſeine Sehnſucht nach ihr. Sie war es, die ja, umſtrahlt von allem


