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ganz und von allen Seiten in Anſpruch zu nehmen, damit er den Träumereien nicht wieder anheimfalle, die die edelſten Kräfte ſeiner geiſtigen Natur zu lähmen geeignet wären.
Das erkannte Barberini vollkommen, und die Thellnihme, welche der Marcheſe ihm für Giovanni einzuflößen wußte, der Beifall, welchen der Cardinal ſeinen Leiſtungen ſchenkte, die Hoffnung, welche des Jünglings Kunſtbegabung ihm beibrachte, bewirkten, daß ihn Barberini in ſeinen Palaſt aufnahm, daß er ſelbſt ſeine Studien zu
leiten übernahm, daß er ihn in alle die Verbindungen mit den erſten
Meiſtern brachte, welche den glänzendſten Erfolg zu ſichern verhießen.
Barberini täuſchte ſich nicht. Giovanni erkannte ſein Ziel und rang mit aller Kraft ſeines Weſens, es zu erreichen. Einzelne Compoſitionen gewannen ungetheilten Beifall. Es war entſchieden, daß die Kirche an dieſem werdenden Künſtler einen Schatz beſaß, deſſen tiefſinnige Fülle zu den ſchönſten Erwartungen vollgiltig berechtigte. Wie es in dieſer Zeit um des Jünglings Herz ſtand? — O, er trug ſeine Liebe warm und innig in ſeiner Bruſt. Er ſchrieb Annunciaten die leidenſchaftlichſten Briefe. Wenn auch das Mädchen, wie alle ihres Standes in Italien, die Kunſt des Leſens und Schreibens nicht verſtand, ſo iſt in Neapel, wie überall in Italiens Städten, für dieſen Fall hinlänglich geſorgt.
An allen öffentlichen Orten ſitzen die Schreiber an ihren Tiſchchen, zu jeder Minute bereit, öffentliche und Privatvorträge zu leſen und zu ſchreiben, wie auch den geheimſten Regungen des menſchlichen Herzens in Wort und Zeichen den rechten Ausdruck zu geben. Der füdlichen Natur iſt es eigenthümlich, ſich leicht in jede beliebige Stimmung zu verſetzen und folch ein Escribano ſchreibt Liebesbriefe in all dem ſchwülſtigen, blumenreichen Stile, wie er der Empfindung zufagt, die ſolchen Ausdruck will und fucht. Dabei darf jedes liebeſieche Herz auf 3 Verſchwiegenheit zählen, die das Grab kaum ſicherer gewährt. Dort ließ das Mädchen die räthſel⸗ haften Zeichen ſich deuten und ſog die Wonne ihres Inhaltes mit
ſeligen Gefühlen ein; dort ließ ſie antworten, wie des Escribano
Feder die Gluth wiedergeben konnte, welche ſie in Worten
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