Teil eines Werkes 
5. Band (1852)
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Plöblich, als eben der Prieſter das herrliche Credo anſtimmen ſoll, ſinkt der erſte Violiniſt ohnmächtig zur Erde. Die Verwirrung war grenzenlos. Wo ſollte man in der Schnelle einen Stellvertreter finden? Nichts konnte dem Maeſtro unangenehmer ſein!

Da drängte ſich ein dürftig gekleideter Züngling vor, ergriff die Violine und winkte dem betroffenen Maeſtro, er möge beginnen.

Verſtehſt du, was du unternehmen willſt? fragte er raſch und leiſe.

Giovanni, denn er war es, nickte ſo zuverſichtlich, daß auſ gutes Glück hin der Dirigent begann.

Zu deſſen nicht geringem Erſtaunen führte der unbekannte Jüngling ſeine ſchwere Parthie mit ſolchem Glücke, mit ſolcher Meiſterſchaft durch, daß Niemand die Abweſenheit des Künſtlers merkte.

Als die Meſſe vorüber war, umarmte ihn der Maeſtro.Wer biſt du? rief er aus.Du haſt mich aus einer verzweiflungsvollen Lage gerettet und zugleich eine Kunſt bewieſen, die ich nimmermehr deiner Jugend zugemeſſen hätte!

Giovanni nannte ſeinen Namen und erzählte unbefangen ſeine Lebensgeſchichte mit einfachen Worten.

Das und ſeine Kunſt gewann des Meiſters Liebe. um zu mir, mein Sohn, ſagte er,ich will deine Studien leiten!

Und von dem Tag an war er des Meiſters eifrigſter und beſter Schüler und die Theilnahme des für ſeine Kunſt begeiſterten Mannes wuchs für ihn mit jedem Tag. Er kannte ſeine Verhältniſſe; denn Giovanni hatte ihm ohne Hehl ſeine Armuth bekannt. Wie ihn der Meiſter liebte und werth hielt, ſo ſann er jetzt darauf, ſeiner Zukunft eine freundlichere Seite zu erringen.

Zu den Bekannten und Freunden des Meiſters gehörte der Marcheſe Spineſſa, ein Mann, der in dem Grade, wie er die Muſik liebte, auch bereit war, aufs menſchenfreundlichſte aufkeimende Talente der Atmoſphäre des Elends zu entreißen, in der ſie vergiftet und verkümmert ſterben.

Ein unermeßliches Vermögen kam ſeinem edlen Herzen zu

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