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Gebäudes, eine Thür und ſagte freundlich:„Tretet hier ein. Ihr
ſeid der junge Maeſtro,“ ſetzte mit einnehmender Freundlichkeit die alte Frau hinzu,„der meine Annunciata hören will? Geduldet Euch ein Weilchen, ſie wird bald kommen.“
Giovanni wurde das Herz leicht. Er hatte nicht recht gewußt
wie er ſich einführen ſollte, und jetzt machte ſich das ſo leicht und
anuuthig, daß er wieder all ſeine natürliche Verlegenheit und
Befangenheit ſchwinden fühlte. Er ſah ſich, während ein gewöhn⸗ liches Gerede leicht fortgeführt wurde, in dem Stübchen um. Armuth, tiefe Armuth kündigte ſich überall an, allein die Reinlich⸗ keit und Nettigkeit gab Allem einen Anſtrich des Gefälligen und Anſprechenden. Begonnene Fiſchernetze zeigten, daß die Wittwe mit Netzeſtricken ſich einen Erwerb zu machen verſtand, während andere Zeichen weiblicher Thätigkeit es verriethen, daß Annunciata die Nadel kunſtfertig zu führen wußte.
Ees war nach wenigen Augenblicken dem Jünglinge ſo wohnlich und behaglich in dem Stübchen, daß er nun mit um ſo mehr Spannung der Ankunft des Mädchens entgegenſah. Endlich ging die Thür auf und Annunciata trat herein mit einem freundlichen, harmloſen Gruße.
Der Schuſter hatte nicht gelogen und ſein Urtheil hatte das
Richtige getroffen.
4 Annunciata war eine jener Geſtalten, wie man ſie nicht allzu
ſelten an dieſen glücklichen Geſtaden erblickt. Voll, ohne ſtark zu ſein; vom reinſten Ebenmaaße der Formen; vollendet ſchön Haltung und Kopf. Ein Mund ſo roſig und zwei Augen ſo groß und feurig, wie ſie Giovanni niemals geſehen. Dunkelſchwarzes reiches Haar umfloß, von einem Spieße gehalten, den reizenden Kopf. Das unverkennbarſte Wohlgefallen drückte ſich in ſeinen Blicken aus und
das Mädchen nahm den Tribut der Huldigung ſo wohlgefällig hin,
wie ſie ungeſchent den ihrigen dem Jünglinge zollte. Beide glen ſich vollkommen, das war keine Frage.
„Ich habe Euch ſingen hören,“ ſagte er,„und das t noch in meiner Seele fort.“


