die berühmteſten Meiſter ihren Wirkungskreis fanden, und mit ſo geringen Mitteln, daß wohl ein Anderer würde verzagt ſein, nur er nicht, deſſen Bedürfniſſe ſo gering waren, als ſeine Anſprüche. Die Natur hatte ihm frühe den Beruf gegeben, der Kunſt zu leben und mancherlei Umſtände den Entſchluß zur Reife gebracht, dieſem Berufe zu folgen.
So war er nach Neapel gewandert auf gutes Glück und mit
heiterm Herzen, als ächter Sohn Italiens. Bei einem Schuſter
hatte er ein Kämmerlein gemiethet, wo ein dürftiges Bett, ein Stuhl und ein wackeliger Tiſch das ganze Geräthe ausmachte. Er bedurfte nicht mehr.
Wär' es früher am Tage geweſen, ſo hätte das Finden ſeiner Wohnung keine Schwierigkeit gehabt, denn ſein Hausherr, der Schuſter, arbeitete, wie alle Neapolitaner, auf der Straße; allein der Abend auf dem Molo war ſo herrlich geweſen, die Luft ſo weich und balſamiſch, der Himmel ſo tiefblan und die Sterne ſo glänzend, die Wellen des Meeres murmelten ſo eigenthümlich, indem ſie den Damm des Molo berührten; alles war ſo ſtille und droben ſtieg die Flammengarbe des Veſuv ſo wunderbar in die Nacht. Aus der Ferne hallten die melodiſchen Barcarolen der Fiſcher ſo wunderbar ergreifend herüber, getragen von den Wellen des Meeres. Wer konnte es da dem Fremdlinge verargen, daß er träumeriſch daſaß, lauſchte und ſchaute? Wer könnte an dieſen Ufern unter ſolchen Umſtänden an den Schlaf denken?
Beſonders war es ein 5
Melodie vernommen, wie dieſe; nie waren Töne ſo tief in ſeine empfängliche Seele gedrungen. Er ſaß noch lange da, als ſie verklungen waren.
Die eintretende Kühle, die ein ſich erhebender Seewind brachte, beſtimmte dennoch den Jüngling, endlich ſeine Wohnung zu ſuchen, und in dieſem, freilich wohl ſchwierigen Unternehmen haben wir ihn
gefunden.
eſang, der immerfort in ſeiner Seele nachklang. Es waren Schiffer und Fiſcher die gen Capri ſteuerten, welche ihn angeſtimmt. Vie hatte Pergoleſe's gebildetes Ohr eine


