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Es war im Jahre 1736, als eines Abends ein junger Mann in einen leichten Mantel gehüllt, in einer von Toledo weit entle⸗ genen, engen Gaſſe Neapels langſam einherging.
Wie hell auch die Sternennacht unter dieſem wunderreichen Himmel war, ſo wurde es ihm doch ſchwer, die Bezeichnungen und Schilder der Wohnungen zu erkennen. Man ſah, er war noch nicht lange einheimiſch; denn er ſuchte ſeine Wohnung, und wußte ſie nicht zu finden. Die Straße war leer und ſtill. In den weichen Armen des Schlofes lagen Frohe und Trauernde, und für den Jubel, wie für die Wehklage war die Lippe ſtumm geworden. Er konnte alſo Niemanden fragen, wo ſeine Wohnung läge.
Endlich blieb er vor einem Häuschen ſtehen, deſſen Dürftigkeit auf den Geldbeutel des Miethers keinen erfreulichen Schluß zuließ. Die Zufriedenheit ſeiner Miene, welche einer wenige Augenblicke vorher noch herrſchenden Spannung gefolgt war, ließ erwarten, daß er gefunden, was er ſuchte. Kein Riegel hemmte den Eintritt, denn der Bewohner mochte entweder auf die ſpäte Rückkehr ſeines Miethers gerechnet haben, oder von dem Bewußtſein geleitet worden ſein, es ſei ihm wenig zu nehmen.
Eben als der junge Mann auf die Klinke drücken wollte hemmte indeſſen etwas ſeingVorſchreiten. Er blieb ſtehen und horchte, denn von dem Hauſe gegenüber klang ein Geſang an ſein
Ohr, der ihn an der Stelle feſtbannte, wo er ſtand.
Wer war aber der, deſſen Ohr hier mit ſolcher Andacht lauſchte, und welcher Art war der Geſang, der ihn ſo feſſelte?
Der Fremde hieß Giovanni Pergoleſe. Er war nach Ne gekommen mit ſeiner Violine, ſeiner Begeiſterung für die Tonkun ſeinen feſten Willen, ſich hier weiter auszubilden, wo bei Sa


