Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
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Euer Sohn? fragte mit größerm Erſtaunen Rima. Und Ihr konntet mir das verhehlen? fragte er mit dem Tone des Vorwurfs Friedrichen.Ihr konntet ſo lange in meinem Hauſe leben und mir verhehlen, daß Ihr meines treuen, vielgeprüften Freundes Sohn wäret?! Das war nicht fein! Und hättet Ihr Euch nicht als Fremdling meine Liebe und Dankbarkeit erworben, ich müßte, ob der Lüge, hart ſein doch er hat ſie vom Tod errettet ſie ſei ſein. Seid glücklich, rief er mit Thränen aus, meine Kinder, ſeid glücklich, wie es Eure Väter waren!

Da zog Friedrich Claren auf ihre Kniee vor den Vätern, und ſie ſegneten ſie und umarmten ſich mit inniger Liebe.

Der Rheingraf aber trat zum Fenſter und trocknete ſich das Auge, und ein ſeliges Gefühl, wie er es lange nicht empfunden, ſchwellte ſeine Bruſt.

Der erſte Januar 1632, alten Styls, war gekommen. Am klaren Winterhimmel ſtand die Sonne, herrlich leuchtend. Der Himmel lächelte einem ſchönen Feſte. Um 9 Uhr früh erklang vom Pfarrthurme zu St. Eliſabeth das volltönige harmoniſche Geläute. Den erſten Tag des neuen Jahres dem Herrn zu heiligen, für die Rettung ihm zu danken, um ſeine Huld ihn anzuflehen, ſtrömten die Proteſtanten und mit ihnen viele ihrer

katholiſchen Glaubensgenoſſen zur Kirche, denn heute hielt Inſelius

ſeine erſte Predigt wieder. Gefühle hoher, heiliger Freude, unausſprechlichen Dankes wogten in des Greiſes Bruſt bei dem Gedanken, heute wieder die heilige Stätte zu betreten, auf welcher er ſo oft im Dienſte des Herrn, frommen Eifers voll, gelehrt, getröſtet, gewarnt und mit des lebendigen Wortes Kraft die Herzen

erſchüttert hatte, bei dem Gedanken, heute des Sohnes Licbebund 3

einzuſegnen. Die Stunde ſchlug die Glocken riefen mit ehernem Wunde.

Der Rheingraf faßte Friedrich's Hand, die Offiziere umgaben ihn. Dahin wandelten ſie, und die verſchämte Braut mit der Myrthe Grün im Haare wurde von des alten Heileß Tochter geführt. Die Bürger ſchloſſen ſich an, unter ihnen die Haft durch Aus.