Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
Einzelbild herunterladen

es mein Sohn Friedrich iſt?

340

dem Herzen kamen.Gottlob! rief er aus,nun ſcheint's, als

ſolle mein Feierabend noch freundlich werden! Glaube, Liebe, Hoffnung dieſe drei aber die Liebe iſt die größeſte unter ihnen! Ja, ſo ſei's, wie Mund und Herz ſpricht Liebe eine uns! Fortan wollen wir in Liebe dem Herrn dienen und unſere Fehler tragen mit Geduld, und nie mehr trennen durch Meinung das Band der Liebe!

Er ſprach dieſe Worte mit wankender Stimme. Ueberhaupt ſah man dem Greiſe an, wie ſehr die letzten Auftritte nachtheilig auf ihn eingewirkt. Darum nahm der Rheingraf ſeine Hand und ſagte:

Ihr bedürft der Ruhe, Herr Doctor, laſſet uns ſie ſuchen.

Da nahm Rima die andere Hand, und führten ihn in den Sagl.

Als die Thür aufging, bot ſich den Eintretenden ein neues Schauſpiel dar. In ſeligem Vergeſſen lag Clara an Friedrich's

Herzen, und ſeine Arme umſchlangen das liebliche Mädchen.

Todesſchrecken ergriff die Jungfrau. Sie ſank faſt ohnmächtig in den Stuhl und bedeckte die Augen mit den Händen. Auch Friedrich erſchrack. Er wollte reden konnte aber nicht.

Rima zürnte nicht. Er lächelte. Mit ihm war ja eine gänz⸗ liche Umwandlung vorgegangen.

Der Rheingraf aber trat näher und prach:Wahrlich,

Friedrich, Ihr könnet erobern, beſſer als mancher Feldherr Städte und Herzen. Doch recht ſo! dem Sieger gebührt der Preis, und Minneſold iſt ſüßer denn Ruhmeskränze.

Inſelius ſah ihn mild und freundlich an. Auch er konnte

nnicht zürnen. Forſchend blickte der Rheingraf die Väter an 6 dann trat er zu dem Paare, legte ihre Hände in einander und ſprach zu Friedrich:Der Lohn iſt herrlich wie die That, die ihn

Srtangl Segnet das Paar, ihr Väter! bat er dann. Väter? fragte Rima. 4 Inſelins ſah ihn erſtaunt an:Wiſſet Ihr denn nicht, daß * 4