Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
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er ſich tief, den Schlüſſel ehrerbietig darreichend mit den Worten: Heil dem Retter vom unerträglichen Joche!

Heil! Heil! tönte es nach im vielſtimmigen Echo.

Der Rheingraf nahm den Schlüſſel im Namen Königlicher Majeſtät zu Schweden, und verkündigte laut die freie Religions⸗ übung der Proteſtanten und die Wiedereinſetzung des ehrwürdigen Inſelius in ſeine Stelle als Prediger des göttlichen Wortes.

Da erſchallte ein abermaliges Jubelgeſchrei von den Proteſtanten.

Rima ſah jetzt erſt ſeinen alten, vielgekränkten Freund Inſelius. Sein Anblick erſchütterte ihn. Die Furchen des Harmes, die ſilberweißen, in der Verbannung gebleichten Haare, die ganz vom Alter gebeugte Geſtalt erfüllte ſeine Bruſt mit inniger Wehmuth, mit Reue, ob der ihm dermaleinſt zugefügten Krän⸗ kungen, und das Gefühl der Nothwendigkeit, gut zu machen alles Verſchuldete, ergriff ihn mit aller Stärke. Er folgte dem unwill⸗ kürlichen Drange ſeines Herzens, trat zu ihm und faßte ſeine Hand, indeß Thränen über ſeine Wangen rieſelten, Zeugen der innern tiefen Bewegung. Er war keines Wortes in dieſem Augen⸗

blicke mächtig. Auch Inſelius war erſchüttert. Die ganze düſtre Vergangenheit lag unverhüllt vor ihm, und der grelle Abſtand der Gegenwart. Doch ſein Herz kannte keinen Haß, keine Rache. Er breitete ſeine Arme aus, und mit dem Ausrufe:Vergebung! lag Rima an ſeinel Bruſt. Jedes Herz ſchien der Greiſe Empfin⸗ dung zu theilen denn Stille herrſchte und manches

Liebe und Eintracht, als Brüder, gehen, und vergeſſe Vergangene. Die Schule der Leiden hat mich weiſe ge

mich erkennen t⸗ daß, wie auch immer der Gla

der Liebe.

Inſelius vernahmit leuchtenden Blicen die Worte, di 6 15

Schlüſſel der Stadt trug, einhertrat. Vor dem Rheingrafen neigte

gezählt, ſprach er,der Weg zum Frieden kurz, laßt ihn uns in

wurde feucht Rima wurde zuerſt ſeiner Meiſter. Tage ſud 7