Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
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Clara fuhr erſchrocken zurück.Das iſt Friedrich's Stimme! rief ſie leiſe

Ich bin's, Clara! ſprach er,bald ſehe ich dich wieder; jetzt ruft die Pflicht.

Pfeilſchnell glitt er am Baume hinab, und bließ nun unten die Stunde und ſang das Verslein.

Clara zitterte. Denn das war ja doch derſelbe, wie ſie deutlich ſah, der mit ihr geredet, und das war doch Niemand anders, als Hans Adam, der Wächter.

Sie konnte dies Räthſel nicht löſen, aber eine unbeſchreibliche Unruhe bemeiſterte ſich ihrer. Ihre Phantaſie war lebhaft erregt. Der Schlaf floh ſie. Sie ſaß und ſann. Nach vielem Sinnen ſchien es ihr doch wahrſcheinlich, daß es Friedrich geweſen. Sie eilte nun, ihren Vater zu wecken, dem ſie Alles umſtändlich erzählte. Zwar ſchüttelte der Alte den Kopf, doch unwahrſcheinlich fand er es nicht, daß die Schweden mit Liſt die Stadt zu nehmen trach⸗ teten. Er kleidete ſich an, um nun mit Claren und der Schweſter die Dinge, die da kommen ſollten, zu erwarten.

Indeß Friedrich heimlich ſich in die Stadt geſchlichen, waren etwa zweihundert Männer aus des Rheingrafen Regiment unter Anführung des Hauptmannes Rößler in weitem Umkreis um das Schloß Stahleck gezogen, um ſich über die Vogelswieſe von der nördlichen Seite durch den Ketzer der Stadt zu nahen. Dies geſchah mit ſolcher Vorſicht und Stille, daß ſie ſchon vor der Stadt waren, am Münzthor in den Gärten, ohne daß nur Jemand von der ſpaniſchen Beſatzung etwas geahnet.

Der Wächter blies Eins. Sanft ſchliefen auf dem Münz⸗ thurme die Spanier. Friedrich ſchlich die Stiege hinauf auf die tadtmauer, wand das Fallgatter auf, und in aller Stille, ohne irgend ein Hinderniß, kamen die Schweden in die Stadt. Friedrich warf das Nachtwächtersgewand ab und trat an Rößler's Seite. Dieſer theilte ſofort die Mannſchaft. Friedrich nahm zwölf rieſige Dalekarlier mit ſich auf den Münzthorthurm. Die Spanier tau⸗ melten auf und legten kein Hinderniß in den Weg, meinend, es