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Haupt mit der Pelzmütze, hing das Horn um, ergriff den unge⸗ heuern Knotenſtock, und ging unter Segenswünſchen des Wächters, ſeines neuen Amtes zu warten.
Alles ging vortrefflich. Er wußte Hans Adam's Stimme ſo täuſchend nachzumachen, daß ihn Niemand erkennen konnte und unterſcheiden von dem Wahren.
Heftig pochte indeſſen doch ſein Herz, als er, die Roſengaſſe herabkommend, ſich dem Münzthorthurme näherte. Doch auch hier fand er die Wache nachläſſig. Er ſtieg die Stiege auf die Stadt⸗ mauer hinauf, und unterſuchte nun ſorgfältig den Haſpel, der das Fallgatter am Münzthorbogen herauf und herab ließ. Zu ſeiner größten Freude entdeckte er kein Schloß daran, alſo auch kein Hinderniß, es aufzuwinden. Leichtern Herzens ſtieg er wieder herab, ging über die kleine Brücke hinüber, an den Gotteshäuſern*) vorbei, und wandte ſich, nachdem er die Stunde geblaſen, die Fleiſchgaſſe hinauf. Jetzt ſtand er vor dem Saale und ſollte hier die Stunde blaſen. Dort war Clara's Kämmerlein.— Sie hatte noch Licht.— Iſt ſie krank geworden?— Er vergaß die Stunde zu blaſen,— achtete nicht ſeiner faſt erſtarrten Hände, und kletterte flüchtig, wie das Eichhörnchen, am Stamme der alten Kaſtanie hinauf, die vor Clara's Fenſterlein ſtand.— Aber ein neidiſcher Vorhang verbarg das jungfräuliche Heiligthum.
Friedrich brach ein Aeſtchen ab und warf es gegen das Fenſter. Innen entſtand jetzt ein Geräuſch. Es trat Jemand gegen das Fenſter. Noch ein Aeſtchen ſlog dem erſten nach. Jetzt wurde geöffnet.— Es war eine ſchlanke Geſtalt— es war S Friedrich's Herz pochte hörbar.
Leiſe rief er„Sei wacker, mein Mävchen, Treuer mit den Retkern iſt nahe. Erſchrick nicht, wenn Kriegs⸗ getümmel die Stille unterbricht.“
*) Gotteshäuſer hießen und heißen noch die Armenwohnungen, welche dem von den Wittelsbachern geſtifteten Hoſpital zum heiligen Geiſte gehören, die in jener Gegend liegen.


