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öffnete, die Fallbrücke niederraſſelte und Lamego mit ſchlauer Miene
heraustrat, nach dem Begehren deſſelben zu fragen.
Er verlangte zum Commandanten. Nachdem ihm die Augen ſorgfältig verbunden worden, führte ihn Lamego auf den Söller, wo Bedrangle ſtand, die Stellung der Schweden ſo viel als möglich zu erkundſchaften.
„Mein Obriſter, der Rheingraf,“ ſprach der Trompeter,„läßt Euch ſeinen Gruß entbieten, und Euch im Namen königlicher Majeſtät zu Schweden auffordern, Schloß und Stadt zu übergeben, auf daß nicht beides durch Bombardirung Schaden nehme.“
Bedrangle ſtieß eine gellende Hohnlache aus.„Sag deinem Obriſten,“ rief er,„daß ich kein ander Handwerk erlernt, denn Soldatenhandwerk, was ich ſo ziemlich verſtünde; daß es mir eine Schande wäre, ſo leichtlich eine feſte Stadt und wohlverprovian⸗
tirtes Schloß zu übergeben. Sag' ihm, ich wolle mit Freuden die
Schweden erwarten und mein Beſtes thun; daß du aber auch ein Trinkgeld für deine Mühe habeſt, ſo nimm dieſen Königsthaler.“
Die Augen wurden ihm wieder verbunden und Lamego führte ihn in das Gewölbe, wo eine Maſſe Munition und Proviant lag. Hierauf kehrte er zurück.
Kaum zurückgekehrt, begann ein heftiges Feuer auf das Schloß von Seiten des Kühlberges, das jedoch in eben dem Grade von Stahleck erwiedert wurde.
Heftiger dauerte das Feuer den folgenden Tag fort; allein der Schaden, den es anrichtete, war unbedeutend.
Am Morgen des dritten Tages ritt der Trompeter ahe
zum Schloſſe, brachte indeſſen dieſelbe Antwort und Lohn zurück.
6„Güte und Warnung hilft nicht!“ ſprach der Rheingraf. „Nun ſoll denn Euer Plan, Friedrich, ins Werk geſetzt werden! Sogleich konnte es indeſſen nicht geſchehen, da der Rheingraf 3
Verſtürkung von Simmern an ſich zog.


