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die er nicht freudig ertragen hätte. Sobald aber des Lagers vder
des Standquartieres Ruhe ihm zu Theil geworden— dann gab's keinen größern Schlemmer, als ihn. Mit der Stadt war ſein Verkehr unterbrochen. Rima's Feind war er geworden, und die Empfindungen, die er für Claren trug, welchen er den Namen Liebe, den ſchönſten, den die Sprache kennt, zu geben keinen Anſtand genommen, waren in bittern Haß gewandelt. So heftig indeſſen auch ſeine Gemüthsart war, ſo getraute er doch fürder gegen Rima nicht feindſelig zu verfahren.
Er mied allen Umgang mit ihnen. In der letzten Zeit lehrte ihn ſeine Politik, ſich etwas anzunähern. Dieſe Annäherung wurde aber ſo ſchroff von der andern Seite zurückgewieſen, daß ihm dazu die Luſt verging.
So ſtanden die Sachen in der Sudt gegen die zweite Hälfte Decembers hin— als eines Morgens frühe ſchmetternde Hörner auf den Höhen erſchallten, vom Kühlberg her gegen das Schloß ein Falkonettgruß donnerte und die Berggipfel von Schweden bedeckt wurden, die ſich langſam an das Ufer des Rheins, in angemeſſener Entfernung von der Mauer und dem Schloſſe, herab⸗ zogen und ihre Zelten aufſchlugen. Bald darauf erhoben ſich rings um das Schloß Schanzen in ungewöhnlicher Schnelligkeit in ſo ſpäter Jahreszeit, wo doch das Erdreich felshart gefroren war. Kanonen wurden nun aufgefahren, und Alles nahm die drohendſte Stellung gegen Stadt und Feſtung an.
Wie pochten die Herzen in der Stadt von Furcht!— Nur
Eins bebte noch in freudiger Erwartung, in ſüßer Hoffnung!
In dem Dörflein Neurath nahm der Rheingraf ſein Haupt⸗ quartier, und leitete von hier aus die Operationen. Bei
waren Inſelius und Friedrich.
Schwer wäre es, die Empfindungen zu beſchreiben, ui⸗ des Greiſes Bruſt erfüllten, als er, aus dem Walde herausreitend, nun die Gipfel der lieben Heimat und ihre Thäler erblickte,
den ſchönen Strom da liegen ſah unter ſeiner ſchweren Eisdecke, die, in ſeltſamen Formen wild durch⸗ und übereinander geſchoben,


