Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
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Bet', Kindlein, bet',

Morgen kommt der Schwed',

Morgen kommt der Oxenſtern,

Der wird dich, Kindchen, beten lehr'n.

Und viele Bürger gedachten des Sprüchleins, welches der

Gaſtwirth und Bendermeiſter Gölz mit von ſeiner Wanderſchaft in Sachſen gebracht:

Gustavus Adolphus Rex, Wer was hat, der verſteck's.

In der That hauſeten mitunter die Schweden grimmiger noch, als des Friedländer's Horden oder Tilly's Mordbrenner ſie waren, was jene Soldaten, aus allen zwei und dreißig Winden zuſammengetrommeltes Geſindel, dem es weniger um eine gute Sache, für die man ſtritt, als um die Beute zu thun war. Selbſt die Beſſeren wurden, zudem durch die lange Zeit, in der ſie das wilde Kriegsleben führten, rauh und wild, gefühllos und unmenſchlich. Daß es unter dieſen Umſtänden denen, die in der Stadt einen Sturm erwarten mußten, unheimlich wurde und werden mußte, war ſehr natürlich. Ze näher die Schweden rückten, deſto banger wurde es ihnen ums Herz. Aus den Oberthälern brachten die Marktleute die Kundſchaften mit, und ihr Mund vergrößerte ſelbſt der Retter ſchlimme Namen oft nur aus Gewohnheit, etwas Neues zu erzählen im Hauſe des Kunden. Es herrſchte eine allgemeine Furcht vor den Dingen, die da kommen ſollten, ein Zuſtand der Spannung den nur diejenigen nicht theilten, die in Stahlecks

Burgverließen die mephytiſche Luft athmeten. In ihnen war nur Hoffnung, die nichts von Furcht kannte. Bedrangle ließ in aller Eile nun noch das Schadhafte, was

h irgend an den Mauern fand, ausbeſſern, erpreßte noch Vorräthe und überließ ſich dann wieder der ſchwelgeriſchen Lebensweiſe, die ihm zur andern Natur geworden war, ſo lange S nämlich nicht die Trommel wirbelte, die Kanone oder der Schieß⸗ prügel knallte, und die Trompete ſchmetterte. Wenn er ſeinen Koller trug, dann gab es keine Strapatze des kriegeriſchen