————— 8
„ **
„Ei, hintennach zahl' ich, daß er Euch doch gefällt“— ergänzte Andres.
„Aber ſag' mal,“ hob Balthes an,„ich meine, du führteſt Schneider's Lene nach?“
„Nachführen und heirathen iſt zweierlei,“ ſagte Andres mit einem pfiffigen Schmunzeln.
„So?“ war Balthes Antwort.„Recht iſt's nicht! Das kädchen, das man nachführt, ſoll man auch heirathen.“
„Wollt's auch,“ ſagte Andres ernſt;„aber mein Vater will einmal, ich ſoll Evemichel's Margrethchen heirathen“ 4.
„Und da machſt du nicht viel Sprenzpfeffer, nicht wahr? Glaub's auch. Das Mädchen iſt wie aus einem Kaufladen, ſo hübſch und nett.“
Das ſagte Balthes lachend, und der Andres meinte: er habe ſo weit nicht vom Ziele getroffen, denn das Mädchen habe es
Allen angethan; nur ſei ſie ſo ſtrüf*) und man meine, ſie könne
keine drei zählen; aber er hab's doch herausgeknöchelt, daß ſie eine Tochter Eva's ſei, denn er meine, der Martin's Fritz wiſſe, wie ein Küßchen von ihr ſo ſüß ſei.
„Was?“ fragte Balthes eifrig.„Meinſt du? Sollt' das ſein? Meiner Treu! das wär' ein Paar, wie's die Tauben feiner nicht zuſammentragen.“
„Der Martin's Fritz ſoll ſich's aber vergehen laſſen!“ rief der Andres.„Wenn er auch ein ſchön Sachſpiel**) hat, ſo hat der alte Evemichel den Dachtraufproceß noch in den Gedärmen liegen wie einen harten Stein. Ihr wiſſet, daß der lieber Alles vergißt, als verlorenes Geld. Nun, er hat auch Recht. Was hätt's dem Martin gethan, wenn er die Traufe hätt' in ſeinen Garten fallen laſſen? Man muß nicht ſo obſtinat ſein.“
„So?“ ſagte Balthes.„Hätt' meim Lebtag nicht geglaubt,
daß du ſo ein Lämmchen wärſt, das ſich ſo ſtille ſcheeren ließe!
*) Spröde. **) Viel Habe.


