Teil eines Werkes 
4. Band (1851)
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Saat reiche Frucht. Sie

Verhältniſſe nicht mehr fugen und paſſen, und es könne leicht kommen, daß ſie dadurch unglücklich würde. Die Bauern raiſon⸗ nirten und erklärten es für Hochmuth. Sie wollen einen Regie⸗ rungsrath locken zum Tochtermanne, ſagten ſie, aber da könnten ſie lange feil halten, ehe einer auf die Bannmühle komme und das Aeffchen hole, das kein Bauernmädchen ſein wolle.

Es ging mir in die Seele recht tief hinein; aber was konnte ich beurtheilen? Kannte ich ja doch die Beweggründe nicht. Nur

Röschen that mir recht herzlich leid; denn ihr wurde gewiß ſchnödes

Unrecht angethan. Meine Univerſitätszeit hielt mich drei Jahre in der Ferne. Am Schluſſe des dritten wurde es mir möglich, meine Eltern zu beſuchen.

Ich fragte auch nach Röschen, und ſelbſt jetzt nicht ohne eine warme Regung des Herzens.

Sie iſt verheirathet, ſagte meine Mutter, und ſetzte lächelnd hinzu:Eine Braut wäre dir alſo untreu geworden.

Wer weiß? dachte ich, und es ging mir ein Stich durch die Seele.

Iſt ſie glücklich verheirathet? fragte ich weiter, ſo ruhig

ich onnte

Ach nein, war meiner Mutter Antwort.Es iſt leider gekommen, wie wir befürchtet. Röschen war ein zartes, ſinniges Weſen. Ihre Mutter iſt eine ausgezeichnete Frau, die eine Herzens- und Geiſtesbildung hat, wie ſie in ihrem Stande kaum gefunden wird. Reiche Gaben hat ſie ſelber gefördert, und ihre Kinder muſterhaft erzogen. Röschen war ihr Liebling von jeher. Sie ruhte nicht, bis der geizige Wennniſr ſie in die Stadt that, wo ſie Verwandte haben und wo ſie gute Unterrichtsanſtalten für das liebe Mädchen benutzten. Sie hatte auch ein reiches Pfund von Gaben empfangen, ung auf ſolchem guten Acker trug die gute

r ins elterliche Haus, aber ſie

paßte nicht recht mehr. Zum Banernmädchen war ſie nicht mehr geeignet, und die Städterin paßte nicht in die bäuerliche Haus⸗ haltung. Man ſah es ihr an, daß ſie innerlich litt. Oft kam ſie