hätten ſie aber niemals zu füttern vergeſſen. So erzä
Königsſohn ſei länger ausgeblieben, als er geſagt. Da habe das Mädchen oft geweint, wenn ſie den ſchönen Ring betrachtet, und da die Thränen ihr die Augen getrübt, ſei er ihr einſt in das Waſſer gefallen, wo der Fluß am tieſſten geweſen. Da habe ſie denn gejammert und geklagt, zumal da nun der Krieg bald zu Ende geweſen und der Königsſohn bald würde zurückgekommen ſein. So
habe ſie denn auch wieder einmal am Ufer geſeſſen und ihre Thränen ſeien in das Waſſer geträufelt; da ſei ein wunderſam Fiſchlein
daher geſchwommen, das habe geglitzert wie pures Gold, und habe
ein Krönlein von Gold auf ſeinem Kopfe getragen. Mit Sſtannen
habe das Mägdlein das prächtige Thierchen betrachtet, aber noch
mehr ſei es erſtaunt, als mit einem feinen, feinen Stimmchen das
Fiſchlein zu reden angefangen und geſagt habe: Warum trauerſt
du ſo ſehr? Du haſt immer meine Fiſchlein gefüttert und warſt
ihnen gut; daher komme ich jetzt und frage nach deinem Leid, denn
ich bin der Fiſchkönig.
Als das Fiſchlein ſo lieb geplaudert, da ſei auch der Schrecken von dem Mägdlein gewichen, und es habe ihm geklagt, wie es den koſtbaren Ring, das Pfand der Lieb' und Treu' des Königsſohnes, hier verloren, und wie er gewiß ins Waſſer gefallen ſein müſſe.
Darauf habe es der Fiſchkönig getröſtet und ſei fortgeſchwom⸗ men; aber alſobald ſeien viel tauſend Fiſchlein gekommen, die ſeien umhergeſchwommen und das ganze Waſſer habe gewimmelt und gelebt. Und wie noch das Mägdlein dageſeſſen und ſtaunend in das Gewimmel geſchaut habe, ſei der Fiſchkönig gekommen und habe de in ſeinem Munde gehabt, und habe ihn dem Mägd⸗ lein gebrächt und geſagt: Siehſt du, auch die Thierlein vergelten gerne, was man ihnen Gutes thut! Das Mägdlein ſei nun wieder* recht froh geworden, und bald darauf ſei der Königsſohn wieder⸗* gekommen, habe ſie aufgeſucht und ſie zur Königin erhoben, und nun ſeien ſie immer beiſammen geblieben und hätten lange, lange gelebt, und ſeien immer glücklich und froh geweſen; die Fiſchlein.
te Röschen
mit leuchtenden Augen und verklärtem Geſichtchen.


