Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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ichen, als vortrefflichen Mädchen; allein man ſagt, die Mutter einen ſehr entſchiedenen Widerwillen gegen Apotheker Die Närrin! plumpſte Rühle heraus, bei dem die Amts⸗ uund Standes Ambition einen hohen Grad erreicht, und den man empfindlicher nicht berühren konnte, als durch Losfahren über die Apotheker.

Wenn ich auch ſo hart gar nicht zu urtheilen geneigt bin, wie Sie, verehrter Freund, ſo glaube ich, daß im vorliegenden Falle das Urtheil der Mutter ſich doch modificiren würde de fuhr Ausſtecher fort:

1)Iſt dies Haus mit allen Im⸗ und Adpertinenzien meines Neffen freies Eigemhkm.

2) Erbt er von mir circa zwanzigtauſend Gulden in baarem Geld, und ein Gütchen von hundert Morgen ꝛc.

3) Iſt er ein bildſchöner Junge, und 3

4) ein in ſeinem Fach ercellirender Apotheker, endlich 4

5) ein gewandter, gebildeter, ſanfter, guter Menſch.

Was meinen Sie, Verehrteſte, zu ſolch' einer Parthie? ½ Mit dieſen Worten wandte ſich Ausſtecher an Madame Rühle.

Sie war etwas verlegen; allein ſie ſammelte ſich und ſagte:da müßte ja eine Mutter faſt den Ehrentitel meines Herrn Gemahls verdienen, wenn ſie Nein ſagen ſollte. Victoria! rief Ausſtecher.Ich heiße Herbert und werbe hiermit in ſchönſter Form für meinen Neffen, Fritz Herbert, den

Gehülfen in Ihrer Ofſicin, um Julchen, Ihre liebenswürdige Tochter. Frau Rühle ſaß da wie Loth's Weib. Herr Rühle ſtarrte den Freiwerber an und rief:Wie, Sie haben Verſtecken's mit uns geſpielt? W Es iſt Alles ſo der Plan Julchen's, rief der falſche Aus⸗ 3

ſtecher aus, und wollte berſten Lor Lachen. Sehen Sie, theuerſte Freunde, Julchen war mit Fritz längſt

ein Herz und eine Seele. Ich, ſelbſt Apotheker, treibe es aber

nicht, höre von der Sache, komme, ſehe Julchen und verliebe mich