denn ſie drückte ſchon die Neugierde, das Haus zu ſehen, von
deſſen innerem Schmucke die Damen der Stadt nicht genug zu reden wußten und die Mutter laut glücklich prieſen, welche ihre Tochter einſt an den präſumtiven Univerſalerben des ſteinreichen Ausſtecher's verheirathen könne. Unter allerlei Vorwänden waren ſie ſchon eingedrungen und es ſchien, als ſehe es Ausſtecher nicht einmal ungerne. So war denn die Neugierde der Madame Rühle geſtachelt und geſpornt worden und hatte eine mächtige Stärke erreicht.
„Mach' keinen Sprenzpfeffer, Rühlchen,“ ſagte ſie mit unge⸗ mein gewinnendem Tone,„und komm!“
Das war unwiderſtehlich. Nühle ſchlich die Stiege hinauf, zog ſeinen Bratenrock an und ſchritt denn den bittern Weg über den Markt hinüber. Der Mohr fletſchte noch höhniſcher die Zähne, als er es, von drüben geſehen, that. Es drückte Rühle'n faſt die Gurgel zu und das Herz ab.
Die Thüren öffneten ſich endlich und ſie traten ein.
Man hatte nicht zuviel geſagt. Hier herrſchte verſchwenderiſche Pracht. Solchen Lurus hatte die gute Stast— m noch nicht geſehen und Frau Apotheker Rühle meinte, ſie ſei in dem Palaſte des Geiſterkönigs, der den berühmten Diamanten beſaß.
Dieſe Apotheke! Nein, das mußte ſelbſt Rühle zugeſtehen, ſie ließ, was Eleganz und Solidität betraf, nichts zu wünſchen übrig.
Was ihn aber faſt zuſammendrückte, war das Laboratorium; denn dort ſtanden alle die Apparate wirklich aufs herrlichſte, von denen die Viſitatoren ihm ſo oft ſchon die Ohren vollgeorgelt. Er ſah ſie zum erſten Male, aber er that, als habe er ſie längſt gekannt, wie ſie Dingler's polhtechniſches Journal geſchildert. Als er aber die Preiſe hörte, da tanzten alle dieſe Apparate wie Höllengeiſter um ihn herum, und es ſchwindelte ihm ſchier.
Frau Rühle drängte, aus der Nähe dieſer Retorten und Kolben, Tiegeln und Mörſer zu kommen. Selbſt Rühle wollte weg denn es wurde ihm mit jedem Momente zu Muthe, als ſehe er ſchon ſein Gold zum Schornſteine hinauslaboriren, da er jetzt all


