Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Einzelbild herunterladen

Ruhe die Gattin;du kannſt das am beſten ſelbſt; ich kenne doch in dem Artikel deinen Geſchmack nicht?

Muthe mir doch das nicht zu, ſprach mit unerſchütterlicher

Rühle biß die Zähne auf einander.Willſt du mich noch ſchneller ins Grab bringen? fragte er giftig.Biſt du im Bunde mit dieſen Nägeln zu meiner Todtenlade?

Wer ſind die denn? fragte ſie.

Du zuerſt, dann der vermaledeite Ausſtecher und das Subject! war ſeine zornige Antwort.

Das Subject, der Gehülfe Herbert? fuhr mit Erſtaunen Madame zu fragen fort.Was thut dir denn der ſeelen⸗ gute Junge. Ich ſage dir, Rühle, dir raſt einmal wieder Nr. 99 im Kopfe herum; aber den guten Jungen laß mir aus dem Spiele, den nehm' ich in meinen Schutz, und wer ihn antaſtet, taſtet mich an!

Das fehlt noch, jammerte Rühle,nun nährt ſie 6 Schlange noch.

Die Schlange! rief Frau Rühle und richtete ſich empor, als wolle ſie wie eine Juno den Wurm niederſchmettern, der es wagen ſollte, ihr gegenüber zu treten.

Rühle zog ſich gegen die Thüre beſcheiden zurück, und wieder⸗ holte aus ſich'rer Ferne:Ja, die Schlange, ſage ich!

Madame Rühle das Manövre, das ihn ſalviren ſollte, und mußte lachen.O, dieſe 99r! rief ſie.Geh' mal her und ſprich dich aus!

Iſt nicht von Nöthen, ſprach Rühle, und behauptete ſeine Stellungich kann von hier aus eben ſo gut mein Elend klagen, als bei dir; aber das ſag'ich dir, der iſt eine Schlange. Der Stößer erzählt mir, daß er heimlich mit dem Auslec dem Spitzbuben, verkehrt.

Schäme dich, grollte Madame, du dem jungen Manne zumutheſt, grob gegen Herrn Ausſtecher zu ſein, der ſich a jeden Zunftgenoſſen anſchließt. Was? rief der reizbare Rühle,Zunftgenoſſen.