Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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ven Receptirtiſch trat, und Herrn Rühle dringendſt bat, derweile ſein Pfeifchen in Ruhe zu rauchen. Daß er auch hier einen Stein im Brette hatte, war entſchieden. Rühle fragte Settchen:Wie gefällt der Menſch doch? n* Ihre Antwort war nur ein bedeutſames Nicken mit dem Kopf. Er macht'mal eine Ausnahme von der Regel; fuhr Rühle fort. Nr. 98, ſagte Madame Rühle und lächelte ſathriſch. Der Gatte ſchlang haſtig den Stich hinunter und ſchwieg; aber die Dampfwolken, welche er blies, zeugten genugſäm, wie es im Innern wogte, wie ſich ein Jornado nahe. Der Eintritt eines Fremden änderte jedoch die Scene.. Es war ein Mann von vierzig bis fünf und vierzig Jahren, hoch gewachſen, von feſter Haltung und determinirtem Ausdrucke der Züge. Sein Gruß war kurz, doch verbindlich. Ich heiße Ausſtecher, ſprach der Fremde,und bin ein College von Ihnen, verehrter Herr Rühle, und zwar in nächſter, lokaler Beziehung, denn ich habe die Conceſſivn für eine zweite. Apotheke hierſelbſt. Ich wollte mir indeß nicht verſagen, Sie zu begrüßen und den Wunſch auszuſprechen, künftig mit Ihnen freund⸗ lich zu verkehren. Rühle wurde bleich wie Kreide, und es war ihm, als griffe der Tod mit eiskalter Hand an ſein Herz⸗ und preſſe es zum Zer⸗ ſpringen; allein was war zu thun? Sollte er dem gegenüber eine Blöße geben? Durfte er, wie auch das Herz blutete, die Urbanität bei Seite ſetzen? Er zwang den Schmerz hinunter bis in die tiefſte Tiefe des Herzens und ſtellte mit freundlichen Worten ſeine Frau vor, indem er in ſauerſüßen Redensarten des Collegen Erbieten annahm. Beide waren bald in ein Fachgeſpräch vertieft, das Madame Rühle zu einem fatalen Gähnen trieb. Allgemach nahte jedoch das Geſpräch wieder ihrem Ideenkreiſe; denn Herr Rühle fragte liebevoll:wo der Herr College denn ſei 4 Apotheke errichte würde?

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