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Geſpräche eine andere Wendung und bald wurde der Tiſch auf⸗ gehoben. Ein netter Menſch, wahrhaftig!“ ſprach mit Lächeln Frau Rühle;„wie der artig ſein kann, und was der einen richtigen Blick hat!“ erkennt ja doch gleich aus meinen Zügen meine Tochter!“
Sie ſetzte ſich in den Seſſel in der Fenſterecke, ſchlürfte ihr Täßchen, und ſank in ihre Sieſta, während Herr Rühle mit Herbert die Runde in der Materialkammer, Apotheke und Labora⸗ torium machte.,
„Ich geſtehe, verehrter Herr Principal,“ hob Herbert an, als Beide wieder in der Apotheke waren, daß ich noch in keiner Apotheke ſervirte, wo ſolche Eleganz, ſolche Ordnung, ſolche Fülle aller Medicamente und Stoffe, ſolche Vollſtändigkeit im Laboratorium geherrſcht hätte, als bei Ihnen. Selbſt, im Vertrauen geſagt, in der Hofapotheke ſieht's ſo nicht aus!“ 5
„Was Sie da ſagen! Der Herr Hofapotheker iſt ja doch der Tertius der Viſitatoren, der's alſo überall am beſten haben ſollte.“
„Nun, Sie wiſſen doch, daß es leichter kritiſiren iſt, als beſſer machen?“ verſetzte Herbert.
„Freilich!“ fiel Rühle ein;„aber da hat er mir Sachen ver⸗
worfen, wie z. B. die China—“
„Die er ſelber nicht beſſer führt,“ ergänzte Herbert.„Glauben Sie mir, in der Hofapotheke thut der Name Alles. Wüßten Sie, was ich weiß.“— „Glaub's wohl,“ ſprach Rühle.„Es mag auch als ſo wenig kauſcher ſein als bei andern Leuten. Item, es geht ihn an.“ Dies Geſpräch würde noch fortgedauert haben, wenn nicht Herr Herbert noch eine Beſtellung zu machen gehabt hätte. Er empfahl ſich alſo nur auf ein Viertelſtündchen.— Sein Weg ging aber gerade zu der Freundin, die Julchen auf
dem Maskenballe fand, und die er dort ſelber kennen gelernt. Er
brachte ihr einen Brief von Zulchen's Hand.— Beim Abſchiede verſicherte ſie ihn, ſie werde ihn durchaus nicht kennen, und Herbert kehrte froh jn das Neſt ſeines Pelikans zurück, wo er ſogleich hinter


