Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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mußte und das Geſicht in der Serviette barg.

Penſionnärin Julchen war, und lockte Herbert's Meinung heraus. Er lobte die Anſtalt, und pries die Weisheit der Eltern, welche dort ihre Töchter bilden ließen. ½

Settchen's Antlitz leuchtete wie der Vollmond in einer kalten Winternacht.

Wir haben auch eine chte in dieſem Inſtitute, ſagte ſie mit einer Selbſtzufriedenheit, die ein Blinder ſelbſt im Tone der Rede wahrgenommen haben würde, und mit beſonderm Nachdruck.

Herbert fragte üheSie?

Madame nickte.Kennen Sie die Mädchen? fragte ſie⸗

Gewiß! Von Anſehen! war Herbert's Antwort.

So rathen Sie'mal!

Herbert ſann; ſah Madame Rühle und ihren heute ſehr ſchweig⸗ ſamen Gatten nachdenklich an, und hob dann an:

Sie Beide haben braune Haare, blaue Augen. Aha jetzt fällt's mir ein, und die Aehnlichkeit fällt mir frappant auf, gewiß die allerliebſte Brünette, die allen Herren ſo außerordentlich gefällt? Ich glaube, ſie heißt

Julchen! fiel Frau Rühle ein.

Richtig! Sie glückliche Mutter! Julchen iſt das Ideal der Dichter! Es regnet Sonnette auf ſie im Wochenblett. ℳℳ 6

Was Sie ſagen? Ei der Tauſend! bemerkte ſelig lächelnd Madame.

Ich verſichere Ihnen! Aber wie kann das auch fehlen? Sie iſt ſchön wie ein Engel!

Frau Rühle erröthete vor Seligkeit und Rühle rückte vor Luſt auf ſeinem Stuhle hin und her.

Aber, hob ſie endlich an,man ſagt, ſo ein Gehülfe aus der Hofapotheke mache ihr die Cour. Iſt das wahr?

Wüßte nicht, entgegnete Herr Herbert, dem in dieſem Augenblick etwas in die Sonntagsgurgel kam, daß er bedeutend

1 klopfte iu ieiri wacker wiſcſe die