Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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höchſten Preis. Es gab keine größere Localpatriotin als ſie.

Wie es zuſammenhing, ob Julchen dabei thätig war, iſt unbe⸗ kannt; allein Thatſache war's, daß ein Pharmaceut, Namens Her⸗ bert, ſich bei Rühle meldete und ſofort engagirt wurde. Obgleich ihm das Herz blutete, die Hofapotheke und mit ihr Julchen's beglückende Nähe zu meiden, ſo zog Fritz Herbert doch aus der Reſidenz ab, und manche kluge Leute wollten bemerkt haben, daß ſein Ausſehen ganz eigen unternehmend geweſen.

Eines Tages rollte denn vor der Apotheke zum Pelikan in m ein ſtattlicher Miethwagen an, hinter dem ein ſchwerer Koffer auf⸗ geſchnallt war; aber keine Herbarien⸗ und Mineralien-Kaſten. Daher glaubte auch Frau Rühle, es ſei ein Beſuch, und der Apo⸗ 3 theker erwartete nichts weniger, als einen Gehülfen. Dennoch ſtieg ein blühend ſchöner, junger Mann aus dem Wagen, trat in die 1 Apotheke und ſtellte ſich als den Gehülfen Fritz Herbert vor; daß 1 er aus der Reſidenz kam, konnte natürlich nicht verſchwiegen bleiben, wie auch, daß er in der Hofapotheke conditionirt habe.

Herr Rühle ſtellte ihn ſogleich ſeiner Frau vor, welche die Complexion und die Manieren des Herrn Herbert ſehr angenehm fand, und beſonders beifällig bemerkte, wie er ihren Liebling, Freund Murner, gar gutmüthlich auf dem Kopfe krauete, der höchſt amüſant zu ſe begann und mit urkräftigem Behagen den dicken Schweif an dem neuen Gönner rieb. Das war ein mächtiger Schritt zur Gunſt der Dame!

Ueber Tiſch ſprach Herr Herbert mit beſonderer Salbung von der ſchönen Lage der Stadt m, wie er ferner ſo Vieles von den liebenswürdigen Bewohnern und ihrem geſelligen Verkehre vernom⸗ men und dergleichen. Das klang wie Muſik in den Ohren der Madame Rühle, denn ſie war nie weit über das Weichbild der Vaterſtadt hinausgekommen. So galt ihr denn Alles hier den

kam dieſer charmante Menſch direkt aus der Reſidenz, wo doch das Paradies ganz in der Nähe war, und fand m ſo ſch war ein Schritt weiter in der P Si