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Lebenslauf iſt Lieb' und Luſt ꝛc.“ Einen Angenblick ſtand der Princi⸗ pal betroffen, dann aber erkannte ſein ſchlauer Blick den Zuſammen⸗ hang.„Warte, du Kölner Funke, du Saufaus,“ rief er,„ich will . dir die Lieb' und Luſt aus dem Leibe treiben!“ eilte und nahm ein ſpaniſches Rohr, das da ſtand, und begann den Trunkenbold zu kielholen. Unglücklicher Weiſe war aber Mörſer einer von denen, 6 welche durch prägnante Fälle ſchnell wieder zur Beſinnung kommen. Er raffte ſich auf und tauſchte die Rolle in einer Weiſe, daß der dürre Principal Mordio! ſchrie. Die Materialkammer lag hinten ſ hinaus, wo ſelten Jemand war. So hörte ihn Niemand. Durch die angeſtrengte Arbeit war das Subject ganz zu ſich gekommen, ſtellte endlich das malitiöſe Inſtrument an ſeinen Ort, und ſprach: 1 „Verehrteſter Herr Principal, das jus lalionis, zu deutſch: Ver⸗ geltungsrecht, iſt das älteſte, wie ich ſeiner Zeit von meinem Rektor vernommen, und hatte ſelbſt vor dem moſaiſchen und römiſchen Rechte Geltung unter allen Gebildeten gewonnen, und iſt in der Regel unter vier Augen ausgeübt worden bis vor wenigen Minuten. Ich verhoffe, Sie haben, Verehrteſter, deſſen jetzt aufs vollkommenſte gefaßt, und erlauben, daß wir jetzt zuſammen in die Apotheke zum Dis penſiren ihreiten⸗ nachdem wir uns hierſelbſt beiderſeits einige Leibesübung und Pflaſterſtreichung geziemendſt vorbereitet. Billiger Weiſe laſſe ich Ihnen den Vortritt, weil ich im Vertrauen geſagt, den Nachtritt von Ihrer Seite fürchte, ſinte⸗ malen Sie ſtark echauffirt zu ſein ſcheinen.“ „Hund!“ ſchrie der Apotheker.— „Entſchuldigen Sie, Verehrteſter, ich heiße Mörſer, und habe
mit dieſer Gattung, was zoologiſch feſtſteht, keine Verwandtſchaft!“ Mit dieſen Worten machte er eine Verbeugung und führte den hinkenden Principal zur Stubenthüre, der ſich umſonſt von ſeiner nervigen Fauſt loszumachen bemühte.
„Aus meinem Hauſe! Fort!“ ſchrie mit den n 8 Geberden und von wutherſticker Stimme der Principal. „Sehr gütig,“ replicirte in unverwüſtlicher Laune der Gehice


