Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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pharmaceutiſche, oder war's Galvanismus, zu deutſch: Metallreiz denn Julchen war reich, wie auch ihr Vater verzweifeln wollte. O der argen Welt, die überall Berechnung wittert, wo doch das Herz mit dem armen Kopfe längſt davon gelaufen iſt! Nein, es war der ſtille, heilige Zug, der Verwandtes vereinte. Mit Beiden war's der uralte Gang. Zuerſt Blicke, dann Blicke mit Ausdruck, dann mit Lächeln, dann mit Erröthen dann ſtumme Begrüßungen auf dem Balle dann ſteife Redensarten dann gelenkigere, dann zutrauliche Reden dann warme dann glühende zuletzt: Liebe! Als die einmal da war, da war auch eine telegraphiſche Correſpondenz eingerichtet, die zuletzt einer papiernen den Platz gönnte. So ſtund's, als die Landsmännin kam, ſah, hörte und referirte. Und im Inſtitut ahnete keine Seele, was zwiſchen Julchen und Fritz vorging. Alles war ja in der Ordnung, und um Kleinig⸗ keiten kümmerte ſich die Vorſteherin nicht.

Die Mutter vergaß die Sache und der Vater meinte, es ſei ſo Kinderei, wie zu ſeinen Subjectenzeiten, wo er auch Cour gemacht, und doch zuletzt ohne alle Cour ſein Settchen acquirirt, nebſt der Apotheke zum Pelikan. Während denn in der Reſidenz die par⸗

fümirten Herrn den Apotheker verwünſchten, der das ſchönſte Mäd⸗ chen der Reſidenz gekapert, trug ſich in der Aprtheke zum Pelikan in m eine fatale Geſchichte zu.

Das Subject, welches dermalen daſelbſt ſervirte, hieß Mörſer und war, ſo viel Herr Rühle dafür hielt, ein ganz traitabler Menſch, der Botanik mit Maaß und auch Chemie trieb, ohne viel zu verderben. Er beſaß die große Kunſt zu ſchweigen und zu ſchmeicheln, ſchien ein Schaaf und war ein Fuchs. Er liebte die Spirituoſa über Gebühr, beſonders den Malaga. Da nun Herr Rühle ſolchen haben mußte, jedoch ſelten anwandte, ſo ſah er nicht viel darnach. Er wußte, ſechs Flaſchen waren da und damit hollah. Eines Tages blieb das Subject über Gebühr lange in der Material⸗ kammer, wo er eben Malaga holen ſollte. Als das die Geduld des Principals ermüdete, und er hinauf lief, ſiehe, da lag Mörſer,

dr Subject, toll und voll in der Stube und ſang: S