Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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und warf ſie hinter ſich zu, daß das Thürfenſter klirrte.

dachte überhaupt nicht viel, am wenigſten in die dunkle Zukunft hinaus, von der wir Sterbliche ja doch Nichts erdenken. Die Attaque, die eben Statt gefunden, war bald vergeſſen, denn eine Bekannte, welche eintrat, gab der Scene eine andere Richtung. Auch Rühle kam zurück und bewies, daß ſein Grimm bis auf den letzten Reſt verraucht war, denn er lächelte wieder ſauerſüß.

Die Freundin kam aus der Reſidenz, wo Julchen in Penſion war. Nachdem die neueſten Moden abgehandelt waren, ſagte die Dame:Da muß ich Ihnen denn doch auch ein kleines Abenteuer erzählen. Meine Couſine nahm mich auf einen Maskenball mit. Alle Welt, was das eine Pracht war! Welche Coſtüme! Welche Züge! Welche Charaktermasken! Nie habe ich Schöneres geſehen. Wie ich noch ſo ganz vertieft im Anſchauen dieſer Herrlichkeiten daſtehe, kommt eine allerliebſte kleine Hexe von Zigeunerin daher gehüpft, nimmt meine Hand und ſagt mir Dinge, die nur Jemand wiſſen konnte, der ganz vertraut mit unſeren Verhältniſſen war. Ich geſtehe, daß mich das heillos frappirte. Endlich fällt mir's wie Schuppen von den Augen. Das war Julchen! Ihr wunder⸗ nettes Julchen!

Julchen! riefen Vater und Mutter zugleich, hocherfreut über das Lob.Freilich! fuhr die Freundin fort.Und ſie hätten ſie ſehen müſſen, wie ihr das Coſtüme ſtand. Nein, das muß ich Ihnen ohne Schmeichelei ſagen, eine ſolche Geſtalt, ſo zart und fein gebaut und doch ſo voll und jugendlich elaſtiſch, hab'ich lange nicht wiedergeſehen. Und gar, als ſie ſich demaskirte! Sie haben ſie in einem Jahre nicht geſehen, wie ich auch; ich wette, Sie kennen ſie kaum wieder. Ein allerliebſtes Sn von zauberiſcher Anmuth umfloſſen!

Die beiden Alten ſtrahlten vom Glanze der Verklärung.

Madame Rühle hatte andächtig ihre Hände gefaltet, Papa 3

kraute ſich unter der Perücke.

Die Erzählerin fuhr fort:Mir war das Wdgen geride

Ob das eigentlich Frau Rühle's Ernſt war, laſſen wir dahingeſtellt ſein. Sie