Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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er zwei Augen wie andere Menſchenkinder, aber die Farbe dieſer Augen war ſchier auch röthlich, und das eine ſah rechts, das andere links hinaus in die Welt, ſo daß eigentlich Niemand wußte, wohin er blicke, ausgenommen er ſelber. Sein Rücken war mit einem Verdruſſe behaftet, was ſo viel heißt, als, er hatte einen Höcker, der, ſpitz und hoch an ſich, auch noch die beſondere Eigen⸗ ſchaft hatte, daß der Grat ſehr ſcharf war. Dabei war er nr zwei und einen halben Schuh hoch, befliß ſich ſehr poſſierlicher Manieren, und ſuchte beſonders durch ſehr raſche Drehungen den Höcker Demjenigen zu verbergen, der eben mit ihm ſprach. Außer⸗ dem war er ein erzkomiſcher Schalk, der Nichts lieber that, als die Leute hinter einander zu hetzen. Er lachte in der Regel dann in die Fauſt; bereitete aber Anderen viel Kurzweil. Sein Witz war ſcharf und beißend, obwohl er Niemanden damit verletzen wollte; denn dazu war er zu gutmüthig. Sein Name war Bartholomeo 6 Malvogliv. Als er nun ſo brummend die Straße hinabſegelte, ſahen ihm 5 die Leute lachend nach.

Er geht wieder zum Montefiasconer, rief eine Frau der Nachbarin zu;wenn er ſich nur in Acht nimmt, daß er nicht in der Trinkſchale erſäuft!

Die müßte doch groß ſein, lachte dieſe,denn ſein Kopf allein füllt den Taufſtein der Kirche dei Angeli aus.

Man ſollte immer Waſſer hinter ihm hertragen, bemerkte eeeine Dritte,weil es gefährlich iſt, mit ſeinen Haaren an Holz

und Stroh vorbei zu gehen. Wenn einmal ein Stadtbrand entſteht, ſo hat ihn Malvoglio gewiß mit ſeinem Kopfe verurſacht! Die Erſte verſetzte darauf;:Mit dem Waſſer befreundet er ſich nicht; dagegen iſt er geſellig. Wenn er auch allein aus ſeinem Hauſe weggeht, kommt er doch immer zu zwei wieder heim, und es iſt allemal ein Montefiasconer, der mit ihm kommt.

Freilich wohl, bemerkte die Zweite,allein das Schlimmſte iſt, daß er ſtets ſchief geladen hat, denn die Straße iſt ihm zu enge