Er war unter dieſen Ausrufungen, die jedoch keineswegs ſo laut geſchahen, daß ein neugieriges Ohr ſie hätte vernehmen können, in eine anſehnliche Entfernung von ſeinem Häuslein gekommen, und bei jedem weitern Schritte ſchien ſein Herz ruhiger zu werden und ſein Zorn milder. Die herrſchende Gutmäthigkeit ſiegte endlich anz, und er ſchloß den Monolog mit den Worten:„Was will ich chen? Sie iſt doch meiner Schweſter einziges Kind, und ohne ich ganz verlaſſen. Auch thut ſie mir ganz gute Dienſte, waſcht d ſänbert, kocht mir mein Süpplein und pflegt mich wie einen ater. Sie meint es wohl gut, weiß aber noch nicht, was einem alten Manne zukommt, der ſein Leben hindurch viel und ſorglich gehandelt und gearbeitet hat. Ich will nur thun, was ſie will. Gebe es mein Patron, daß ich ihr e erfahre, oder doch Angenehmes!“—
Das Männlein, deſſen mit ſeiner Nichte und Selbſtgeſpräch wir vernommen, war ein Kleinhändler, der ſich aus den Geſchäften mit einigem Vermögen zurückgezogen, und nun, nachdem das Häuschen ſein eigen geworden, auf ſeinen Lorbeeren ausruhte und ſein Fläſchlein Montefiasconer täglich mit Behagen trank. Er war ein Junggeſelle aus Grundſatz, wie er zu ſagen pflegte Hörte man aber die arge Welt, ſo lagen andere Beſtim⸗ mungsgründe vor, und zwar die, daß er mehrmals mit Feuer gefreiet, aber jedes Mal mit einem großen Korbe abgezogen fei⸗ Letzterer unangenehme Umſtand hatte in einigen anderen Umſtänden ſeinen Grund, deren zwei an ſeinem Kopf, einer am Rücken, und der vierte in ſeiner Geſtalt überhaupt begründet zu ſein ſchienen, wenigſtens meinten das die Frauen ſo, die freilich immer etwas Beſonderes wiſſen und haben wollen. Der erſte Umſtand an ſeinem Kopfe beſtand darin, daß er ungemein dick und eckig war, und ein Haar darauf wuchs, daß eher den Namen der Haare verdienen mochte, welche das Fell der Thiere bedecken, welche das Volk des Alten Bundes verabſcheut. Dieſes Haar hatte noch eine andere Eigenſchaft, die den Frauen mißſiel, es war nämlich ſo abnorm roth, daß man hätte glauben können, es brenne. Ueberdies hatte


