Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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Glaubt Ihr, daß dieß Schloß gegen Albrecht's Waffen ſich halten kann? fragte er ihn.

Es iſt noch eine Jungfrau, lachte der Brömſer.Ich werde ihr den Kranz nicht rauben laſſen!

An Eurem Muthe zweifle ich nicht, ſagte der Erzbiſchof.

Woran denn ſonſt? fragte der Brömſer.

An der Kraft der Mauern!

Herr Erzbiſchof, rief der rohe Ritter,ich habe nichts dagegen, wenn Ihr an der Macht Eures Segens und Eurer For⸗ meln zweifelt, aber nicht an der Feſtigkeit dieſer Mauern dürft Ihr Zweifel hegen. Sie ſind felſenfeſt. Sorgt mir nur noch für Reiſige, ſo mag der Oeſterreicher kommen!

Und wenn ich denn nun auch käme, hier Zuflucht zu ſuchen?

Das wäre mir nicht lieb, ſagte ernſt der derbe Brömſer, oder Ihr müßtet denn gar nicht befehlen wollen, ſondern nur gehorchen, und zwar mir. Wo Zwei Befehle geben, da gehorcht ſelten der Dritte, und iſt das in einer belagerten Burg, ſo lacht der Feind ins Fäuſichen; denn er findet offene Pforten. Bleibt, wo Ihr wollt, nur hier laßt mir freie Hand und Ruhe.

Der Kurfürſt zwang ſich, zu lächeln.Nun, ſagte er,es wird ſich Alles finden.

Die Thüre ging auf, und Pomaria mit dem Cancellakius trat herein. Dieſer hatte die Urkunden bereits gefertigt bis auf die Bedingungen. Der Erzbiſchof unterzeichnete und ſiegelte, und befahl alsdann, den jungen Pomaria zu holen.

Des Brömſer's Geſicht wurde bleich vor Grimm. Er wollte ſich entfernen; aber der Erzbiſchof nöthigte ihn, zu bleiben. In der Pauſe ſteckte Pomaria die Urkunden in ſein Wamms. Giam⸗ battiſta erſchien mit drei Dienern, welche die Geldſäcke trugen⸗ Der Kanzler zählte und ſtrich ein, und als dieß geſchehen war, belehnte der Kurfürſt den jungen Mann mit der Schultheißenwürde zum größten Aerger des Ritters Brömſer und zum nicht kleinen Triumphe des jungen, wie des alten Pomaria. Es war noch früh

. am Tage. Der Erzbiſchof trug Luſt, die Gefühle, die ihn, ſeit er