„Pomaria, du ſteheſt deinem Landesherrn und dem Würden⸗ träger der Kirche gegenüber, vergiß das nicht, und poche nicht auf
den vollen Geldſack. So wenig er vor Thorheit und Frevel ſchützt,
ſo wenig iſt er eine Bruſtwehr gegen verdiente Strafe. Brechen wir kurz ab. Haſt du Geld? Ich brauche viel!“
„Wenn das iſt,“ ſagte der Kaufmann,„ſo kann ich nicht helfen.“
„Wir kennen uns, Andrea,“ lachte der Erzbiſchof einlenkend
und ſeinen Zorn bemeiſternd.„Du willſt hohe Zinſen und einige Vortheile. Sag' an, wie lautet dein Vorſchlag?“ „Ich vermag kaum etwas zu leiſten,“ verſetzte der Kaufmann, „denn meine Baarſchaft floß in Euren Säckel, als Ihr für Adolph von Naſſau warbt; doch könnten vielleicht meine Vettern helfen; aber—“
„Bis zum Schwanze iſt das Füchslein ſichtbar,“ rief Gerhard von Mainz mit ſriſc em Lächeln aus;„warum hältſt du das zurück?“
„Weil acht pro cenlo Zinſen daran hängen, gnädigſter Herr. Ihr ſehet, ich gehe in Eure S ein, wenn ſie auch bitter iſt.“ So ſprach Pomaria.
„Nicht zu leugnen iſt ſeine Wehrheit, und der bittern Wahr⸗
heiten gibt es mehr, als der füßen. Die Zinſen ſeien dir zugeſtan⸗ den, da mir die Noth im Nacken ſitzt und wie ein wilder Reiter ſpornt. Was war das für ein„Aber,“ das des Siwne Spitzchen zierte?“ „Es betrifft mich, gnädigſter Herr; ich bin gehrehlch und für die Kriegsläufte nicht mehr geſchickt, den Stab des Schult⸗ heißen zu führen. Daher wünſchte ich, als Lohn langer Treue, daß Ihr das Amt meinem älteſten Sohne, Gianbattißa i in Gnaden verliehet.“
„Das iſt alſo noch eine Bedingung des Geldes?“
„Erlaubt, das zu bejahen.“
„Es ſei! Dein Sohn ſoll noch heute von mir R mit dem Ante.


