Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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Dieſer verbengte ſich tief und ſagte:Ihr wiſſet, gnädigſter Herr, daß Ihr keinen treueren Diener in Euerem Lande habet, als Andrea Pomaria, dem es ein rechter Segen iſt, Euch zu dienen, wenn anders ſeine erſchöpften Kräfte und Mittel ausreichen, Eurem Befehle zu genügen.

Du willſt den Preis deiner güldenen Waare recht hoch ſe Andrea, ſagte der Erzbiſchof und lächelte ſchalkig.Ich kenne das ſchon. Meine Mainzer Juden hatten auch zu Zeiten des Erzbiſchofs Ruthard kein Geld, bis Emich von Leiningen und Hans von Trifels ihnen Daumſchrauben anſetzten.

Den alten Pomaria verdroß der Vergleich. Der Scherz war bitter, und der Wink, welcher darin lag, verletzte noch tiefer. Der Kaufmann, ſeines Gewichtes ſich bewußt, richtete ſeinen etwas gekrümmten Nacken ſchnurgrade auf, ſah ſcharf in das zugekniffene Fuchsauge und ſagte:

Wir ſind freie Leute im Lande, Herr Erzbiſchof, denen Daumſchrauben nur nach Urtel und Recht, nicht nach Willkür, anzuſetzen ſind; Juden aber verriethen den Heiland; wir ſind gute Chriſten und keines Verraths uns bewußt. Doch, denke ich, gereicht

uns der Vergleich nicht zur Schande, da Ihr Euch mit Ruthard verglichet, den die Schmach des Mordes, der Treuloſigkeit und ſchnöder Gewinnſucht traf. Die Chroniken lügen nicht, wie wiſſet!

Es war gerade, als hätte man ſiedendes Waſſer über den Erzbiſchof gegoſſen, ſo übergoß ihn eine Gluth. Es lagen in des Kaufmanns Worten ſo viele giftige Spitzen, die tief eindrangen ins wunde Fleiſch; daß eine draſtiſche Wirkung nicht ausbleiben konnte. Der Trotz auf das Freiſein berührte empfindlich. In ihm kündigte ſich aufs entſchiedenſte das Bewußtſein der Unentbehrlich⸗ keit an; aber die Anſpielung auf den Indasverrath, an Ruthard's Schmach, ſchlug tiefer noch in das Gewiſſen, denn der Fürſt der

Kirche und des Reiches mochte unwillkürlich an Adolph von Naſſau

denken. Einen Augenblick war er verwirrt. Bald Rnsten 4 6

n wieder, und er ſagte:

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