Denen, ſagte er halblaut, die Treue und Handſchlag nach dem Gelde meſſen, das dafür geboten wird. Faſt glaube ich, er führt einen Streich im Schilde, den ich längſt vermuthet. Schwarzer Augen Gluth brennt tiefer hinab, als ſiedend Blei. Wenn's dir gilt, Lombarde, ſo bin ich bereit, zu thun, was in meinen Kräften ſteht.“ S Kunz hatte dieß Selbſtgeſpräch nicht gehört. Ihm war des Ritters Wort tief in das Herz geſchlagen. Erſt ſeit neun Monaten trug er die Pickelhaube und Hellebarde nebſt dem Waffenrocke, der auf der Bruſt das Mainzer Rad als Zeichen trug. Krieg war ihm noch fremd, und das Mutterſöhnchen zagte bei dem Schreck⸗ gedanken an die Gefahren des Kampfes; dabei hatte er ein Liebchen, das im Hauſe Ottini als Magd diente, das ihm nahe am Herzen lag. Während Guntram ebenfalls den Weg zur Burg einſchlug, hing Kunz ſeinen Gedanken nach und ſah trübe in eine Zukunft, deren Ereigniſſe ihn mit Schrecken bedrohten.
In dem Hauſe Andrea Pomaria's hatte das rege Geſchäfts⸗ leben mit der Vesperglocke ſein Ende erreicht. Die Gewölbe und Magazine waren geſchloſſen, und der alte Handelsherr ſaß in ſeinem Lehnſtuhle in tiefen Gedanken. Der Tag heute war nicht ohne Bedeutung geweſen. Der Erzbiſchof bedurfte nicht unbedeutende Summen, da er Kriegsvolk anwerben mußte. Pomaria mochte das geahnt haben, denn er wußte wohl, daß des Erzbiſchofs Schatz⸗ kammer ſeit des Kaiſers Adolph Wahl ſchon geleert war. aher hatte er mit den zu einer großen Innung verbundenen Lant n 8 Montemagno, Broglio und Ottini Fürſorge getroffen, de ine anſehnliche Summe vollwichtiger Turnoſen in ihrer Handelskaſſe 4 lag; daher waren die Zinſen, die Unterpfänder ſchon berathen, ehe der Erzbiſchof kam, um Klopp einzuſehen und jenes wich


