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Stimmen werben, die Albrecht kürten Ich weiß,“ fuhr er ingrimmig fort,„ich weiß, daß ſie das Feſt, das Gerhard im Lande aus⸗ ſchrieb, als Adolph gefallen war, mit beſonderer Luſt feierten. Von Albrecht verſprachen ſie ſich größere Vortheile. Wehe ihnen, wenn er an den Rhein, wenn er je als Herr nach Bingen kommt. Es iſt bekannt, daß ſie jetzt gegen ihn handeln, ſeit er auf der Fahrt nach Aachen ſie ſchnöde behandelte. Doch du kennſt ſie ja genau als Binger Kind!“ 1 „Woher wiſſet Ihr nur das Alles?“ fragte, als nun das Gefolge vorüber war, Kunz mit albernem Geſichte den Alten.
„Narr,“ ſprach dieſer,„wenn du einmal ſo lange gelebt wie ich, und Augen und Ohren am rechten Flecke haſt, ſo wirſt du auch mehr wiſſen, wie heute. War ich doch Zeuge, daß Albrecht den
Pomaria damals nicht anſah, und er war doch Schultheiß von Bingen, wie denn dieß Amt bei den Lombarden iſt, ſeit die Rhein⸗ boten ausſtarben. Das ärgert auch die Binger nicht wenig, da die Fremden über ſie herrſchen, während ſie auch noch Leute haben, die das Schultheißenamt zu verwalten im Stande wären.“
„Das mein' ich,“ ſagte Kunz.„Ich bin ein Binger Kind, und kenne brave Männer dort, zum Beiſpiele meinen Pathen, den Rathsherrn Klein.“
„Aber warum iſt's?“ fragte Guntram.„Das Geld, das die Strolche beſitzen durch ihren Handel; das iſt's, was ihnen bei dem Erzbiſchof Gewicht gibt. Sollt's mal in Bingen drunter und vrüber gehen, dann genade ihnen Gott! Und Albrecht kommt. Wir können ihn erwarten. Das hörte ich geſtern Abend den alten Fuchs von Mainz zum Brömſer ſagen. Kommt er, ſo iſt Bingen ſein. Ob Klopp, iſt ſchwer zu ſagen; denn der Brömſer iſt ein Eiſenfreſſer, dem ſo leicht Keiner an das Wamms kommt. Es wird noch harte Nüſſe zu krachen geben, ehe die da über uns reif ſind.“ Er deutete auf den weitaſtigen Nußbaum, der das Vorwerk beſchattete.
„Sagt, Guntram, da Ihr doch Alles wißt,“ fragte Kunz. „wie kamen dieſe Lombarden hierher?— ſie ſind doch weit vvn hier, in Italien, glaub' ich, zu Hauſe!“


