„Sieh' da,“ flüſterte Kunz,„der Mann der Kirche und das Schwerdt! Der ſollte den Hirtenſtab führen und ſegnen.“ „Das war nie ſeine Sache,“ flüſterte Guntram;„ſieh' ihm nur in das Geſicht; wie er das dunkle Ange zukneift, ſo ſiehſt du den falſchen Iudas, der für Geld ſeinen Vetter verrieth. Geh' nur, du Satan,“ brummte er in den Bart,„du entgehſt deinem Herrn nicht.“
Der Erzbiſchof war jetzt nahe gekommen. Er ſchlug ein Kreuz gegen die Reiſige. Kunz beugte das Haupt, den Segen hinzunehmen; Guntram that, als ſähe er's nicht.
„Dein Segen iſt Fluch!“ brummte er in den Bart;„komme
er auf dein verdammtes Haupt zurück!“ 4 In einiger Entfernung hinter dem Erzbiſchof ſchritt der Wild⸗ graf Raup, ein Mann von rieſigen Formen, aber mit dem Aus⸗ drucke roher Wildheit in ſeinen harten Zügen. An ſeiner Seite 1 ging der Ritter Brömſer von Rüdesheim, der in Klopp den Befehl führte. Hinter dieſem gingen zwei Männer in dem dunkeln Anzuge des Bürgerſtandes, aber goldene Ketten mit Schau⸗ ſtücken zierten beide. Der Eine war hoch betagt, der Andere dagegen noch jugendlich. Mit Beiden redete angelegentlich des Erzbiſchofs Kanzler.
„Die machen jetzt echte Ludenhändel,“ ſagte Guntram zu ſeinem Gefährten.„Ich wette, es galt ein Anlehen für den Krieg und ſeine Rüſtungen. Das ſind drei Vögel, wie ſie die Galgen
F umflattern, wenn in ſtiller Nacht ein armer Sünder daran baumelt, 3 dem ſie das Herz aus dem Leibe hacken wollen.“ „Wer iſt's denn?“ fragte Kunz;„den Einen kenne ich nicht, doch ſcheint es der Kanzler zu ſein, wohl aber die Pomaria's.“ „Das iſt des Gerhard's Kämmerer und Kanzler, der zur Rechten geht. Was der Erzbiſchof nicht weiß, das weiß dieſer Gandieb. Der Alte im ſchwarzen Wamms iſt der reiche Lombarde Andrea Pomaria, und der junge ſchöne Mann ſein ä S Beide ſind jene Todtenvögel Adolph's von Naſſau ſchoſſen das Geld zu ſeinem Verderben, und der
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