Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
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Kunzen durchſchauderte es in wildem Entſetzen, und Guntram's Haupt ſank in ſtummem Schmerz auf die Bruſt.

Nach einer ſtummen Pauſe hob endlich Jener wieder an:

Wie kommt es denn, daß ſich der Wildgraf Raup von Albrecht trennte?

Wer kann das ſagen? war Guntram's Antwort.Wo der alte Mainzer die Hand im Spiele hat, iſt nur ein Gewebe von Ränken und Schlänken. Ehrlich war er nie; aber dafür erndtet er jetzt auch, und der Fluch Gottes wird die Königsmörder nicht unerreicht laſſen. Wart's ab, Geſell, du kannſt's erleben; mich wird der Tod nicht lange mehr hier laſſen. Wenn er nur ſo lange ausbleibt, bis ich meine Rache befriedigt habe!

An wem denn? fragte Kunz, neugieriger geworden.

Ehe aber Guntram antworten konnte, gab es eine Störung der Stille, welche bis jetzt hier in der niederern Region gewaltet hatte.

Reeitknechte führten edle und reichverzierte Roſſe den ſteilen Burgweg herab auf den am Ufer des Rheines hinführenden Leinpfad, der zugleich, da er breit war, als Heerweg diente. Sie grüßten die beiden Reiſigen und gingen vo über.

Darauf vernahm man lebhaftes Geſpräch, und bald erſchien der Erzbiſchof mit großem Gefolge⸗ Wie der alte Fuchs noch ſo ſtattlich dahinſchreitet ſagte Runz.Man ſollte wirklich glauben, er könnte noch manchen Kaiſer

s ſeinem Hörnlein blaſen.

Tone Guntram, und ſtellte ſich gerade, indem er ſeine Hellebarde mit feſtem Arme von ſich hielt, während ſie unten an ſeinem Fuß einen Widerſtand hatte.

Der Erzbiſchof ſchritt für ſeine Jahre ſehr feſt einher. Stolz lag in ſeiner Haltung. Der rothſammtne Hut mit dem Hermelin⸗ 8 beſatze, der rothe, weite ſammtne Mantel mit dem Pilgerkragen aus

Hermelin kleideten die ſtolze Figur gar ſtattlich. Fiel der Kur⸗ fürſtenmantel vorn auseinander, ſo gewahrte man das Schwerdt⸗ welches an einem einfachen Wehrgehänge befeſtigt war.

Sein Odem reicht nicht mehr weit, Kunz, ſprach in dumpfem