Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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Alle Leute ſahen auf uns Zwei und ſagten laut, wir ſeien das ſchönſte Pärchen im Dorf und wir müßten Mann und Frau werden. Das Lieschen ſchämte ſich ſchier zu Tod, und ich freute mich königlich, wenn ich es hörte.

Einer aber ſchlich herum wie die Schlange im Paradies, es war der Neidhammel, der Mijes. Ich ſah's ihm wohl ſchon länge an, daß er mein Lieschen gerne ſah; und jemehr ihn das Mädchen von ſich wegſtieß, deſto zudringlicher wurde er. Sie war ja reich!

Einmal kam er zu mir und ſagte:Gottfried, laß mich einmal mit deinem Schatze tanzen.

Ich dachte, was thut's? und fragte Lieschen. Die aber wispert leiſe:Sag' Nein! ſag' Nein!

Da ſteigt mir der Kamm; ich denke an ſeine giftigen Worte und ſage ſpottend:Aufs Jahr, Mijes, aufs Jahr! Jetzt will ich ſelber mit Lieschen tanzen

Da hätteſt du ſeine Wuth ſehen ſollen!

Simpel, rief er,Kapuziner! Du haſt wahr geredet! Aufs Jahr tanz'ſt du nicht mit ihr!

Da übermannt mich der Zorn, denn ich hatte Wein genug getrunken, um leicht aufgebracht zu werden. Obwohl Lieschen mich halten will, ſpringe ich auf ihn zu und ein mörderiſcher Schlag ſtürzt ihn zu Boden. Alles ſpringt auf und will abwehren. Das war aber zu ſpät. Der Mijes rafft ſich von der Erde auf und fällt mich an; wie der Blitz reiß' ich aus einem Stuhle den Stempel und haue ihn über den Kopf, daß das Blut aufſpritzt und er mit

einem gellenden Schrei zu Boden fällt.

Er iſt todt, er iſt todt! ſchreien die Frauen durcheinander. Der Schultheiß, des Mijes Vater, eilt herbei und die Feldſchützen, die mich gefangen nehmen..

Führt ihn ſogleich nach Bachzrach vor das Oberamt! ruft er, und einem Andern befiehlt er, den Doetor zn holen. Man führte mich mit Gewalt fort. Lieschen kang berzweifelnd die Hände u der Mijes wurde leblos und blutend hinweggetragen. Meb zozen die Schützen von dannen.