Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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gewiß, wie zufällig, mit der Kuchenſchüſſel an mich an, und wenn ſie die Leute ermahnte:Eſſet doch, trinket doch! wurde ich allemal ein wenig am Wamms gezupft. Du magſt dir denken, daß Niemand an das Weinen dachte. Man hätte einen neuen Thaler für eine Thräne verwetten können. Item, wenn auch das Lieschen um den alten Sünder geweint hätte, es wäre ſchade um die ſchönen Augen geweſen.

Mir wollte es gar nicht ſchmecken; denn ich grübelte nach, wie ich ein wenig zu ihr kommen könnte. Als es dunkel geworden, ging ich hinab in den Garten, hinter dem Hauſe. Da lag eine

alte Kelterſchraube, auf welcher der Lips ſich oft geſonnt hatte.

Vorher aber hatte ich mir ein Köhlchen am Feuer in der Küche geholt auf die Pfeife. Darüber kam ſie, und kaum ſaß ich, da war ſie auch ſchon da.

Du ißſt ja gar nichts, Gottfried, ſagte ſie.Gelt, wenn's Kirſchen wären?

Freilich Lieschen; Kirſchen, die du gäbeſt.

Geh' mit nach Weinheim, ſo ſollſt du ſie haben.

Ja, wenn ich könnte! Ach, wie oft hab' ich dich Mittwochs in Bingen geſucht! ²

Geh, ſagte ſie,du machſt mir was vor!

Bei meiner Seele nicht! ſagte ich.

Ich glaub's ja, rief ſie halblaut,ſchreie nur nicht, denn der Blatternarbige(ſie meinte den Mijes), der möcht's hören. Er iſt auch herausgegangen.

Ach, wie erſchrack ich, fuhr ich fort,als ich dich heute ſo unvermuthet ſah!

Bin ich denn ſo garſtig, ſchmollte ſie,daß die Leute vor mir erſchrecken?

Ach, ſo nicht, Lieschen, ſo nicht, ſagte ich;es war ein freudiges Erſchrecken. Wie hätte ich gerade an dich da denken ſollen.

Du biſt ja noch tauſendmal ſchöner geworden, als du damals warſt,

da du mir die Kirſchen wogſt. Wo warſt du aber, daß du den

ganzen Sommer und Herbſt nicht mehr auf den Markt kamſt?